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gesucht: Familien Neetz, Neumann, Bielert

Irene König ⌂, Sonntag, 17.05.2020, 13:47 (vor 89 Tagen) @ Sören Frickenhaus

Hallo Sören,

wenn man Baptisten in der Vorfahrenlinie hat, sieht es mit Quellen in Wolhynien ganz schlecht aus. Ich weiß, wovon ich rede, denn meine Vorfahren mütterlicherseits hielten sich zu den Baptisten und gehörten zu den Gemeinden Neudorf und Iwanowitsch. Sie saßen vielleicht mit deiner Familie NEETZ zusammen in der Kirchenbank und lauschten der Predigt von Pastor Peter Brandt ;-) . Alles, was ich über diese Linie weiß, wurde mündlich überliefert, da habe ich gar keine Dokumente.

Deine Hoffnung, dass der Name NEETZ in den wolhynischen lutherischen Kirchenbüchern auftaucht bzw. die Verbindung NEETZ & NEUMANN, erfüllt sich nicht. Wobei die Schreibweise NEETZ in Wolhynien überhaupt nicht auftaucht - was die Frage aufwirft, ob es nur diese eine Familie NEETZ gab, die (vielleicht schon als Baptisten) zugewandert ist und Wolhynien dann wieder verlassen hat. Oder ob sie zu einer der Familien gehörte, die sich NETZ, NÖTZ, NEITZ usw. schrieben. Wenn Namen ins Polnische oder Russische transliteriert wurden, entstanden oft ganz erstaunliche Varianten.

Für einen großen Teil der lutherischen wolhynischen Kirchenbücher findest du hier einen Index:
SGGEE's version of the data in the St. Petersburg files for Volhynia
https://sggee.org/research/PublicDatabases.html

Es gibt ein paar Namensnennungen BIELERT/BÜLERT in den lutherischen Kirchenbücher. Aber für das Jahr 1889 gibt es keine KB für das Kirchspiel Tutschin, in dem Emma BIELERT geboren wurde, von daher ist offen, ob sie in der lutherischen Kirche getauft wurde oder nicht.

Meine Urgroßeltern stammten gebürtig aus Pulin, Kr. Schitomir (Erhard Neetz, *13.10.1880) und Jadwipol, Kr. Rowno (Emma geb. Bielert, *9.06.1889).

Aufgrund der Entfernung von etwa 150 Kilometern zwischen Jadwipol und Pulin sollte man annehmen, dass sie sich erst in Westpreussen kennengelernt haben und dort heirateten. Wenn aber beide zu Baptistengemeinden gehörten, die untereinander mehr Kontakt hatten, ist nicht auszuschließen, dass sie sich schon in Wolhynien kannten. Ich nehme an, dass du die Heirat nicht in Westpreussen gefunden hast. Ist der erste Sohn der 1912 geborene Paul?

Ich habe einige Baptisten (aber auch Lutheraner) aus Wolhynien in den standesamtlichen Büchern gefunden, ab etwa 1908. Wahrscheinlich gehörten sie zur Baptistengemeinde Lessen-Neubrück oder haben diese Gemeinde mit gegründet. In der Statistik von 1938 steht, dass Lessen-Neubrück 1909 gegründet wurde. 1938 hatte die Gemeinde 8 Stationen, 2 Kapellen und insgesamt 335 Mitglieder. Pastor/Prediger war von 1909 bis 1945 Albert H. SOMMER. (Quelle: Robert L. Kluttig "Geschichte der deutschen Baptisten in Polen von 1858-1945")

Außer einem August BIELERT *1879, der 1910 in Wiedersee bei Baptisten aus Wolhynien als Trauzeuge auftritt, habe ich dort keine weiteren Hinweise finden können. Weißt du, ob die Eltern BIELERT oder NEETZ mit ausgewandert sind, gibt es sonst noch irgendwelche Informationen? Ich werde jedenfalls die Augen offen halten, was diese Familie betrifft. Einige Namensträger NETZ/NIETZ sind, grob überschlagen, nach Wolhynien aus dem Gebiet Płońsk / Pułtusk gekommen. Dort gab es auch Baptistengemeinden. Es sind aber nur wenige Kirchenbücher erhalten und der Name NEETZ ist mir bisher noch nicht untergekommen.

Noch etwas in eigener Sache: ich bin sehr interessiert an den Dokumenten, die du hast (Leumundszeugnis, Abstammungsnachweis). Würdest du mir diese bitte als Scan schicken? (Emailadresse im Impressum). Wir haben sehr wenige Dokumente von den Baptisten in Wolhynien. Auch die Bescheinigung der Militärdienststelle wäre interessant. Dieses Dokument belegt zusätzlich, dass Erhard NEETZ russischer Untertan war. Deswegen musste er dann auch in Westpreussen die Einbürgerung beantragen.

Gruß, Irene


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