FN: Kettelhut, aus Shitomir / Solodyri
Hallo liebe Forschergemeinde,
erst mal möchte ich hoffen, dass Ihr alle die Feiertage soweit gut überstanden habt.
Nachdem ich mich schon lange für die Geschichte meiner Familie interessiert habe, habe ich nun endlich Zeit und Geduld gefunden, mich mit dieser näher zu beschäftigen.
Der mütterliche Zweig meines Vaters führt mich nach Wolhynien, in den Bezirk Shitomir, ins Dorf Solodyri, und damit letztendlich hier ins Forum.
Der nachfolgende Kommentar wird etwas länger werden, da ich alle mir vorhandenen Informationen vortragen möchte und mehrere Fragen zum weiteren Vorgehen habe.
I. Informationen (fundiert)
Meine Ur-Großmutter hieß geb. Thea (Thusnelda ?) Kettelhut, * 10.10.1903 in Solodyri, † 1945 (Danzig).
Ihr Bruder, mein Urgroßonkel, war Rudi Kettelhut, ursprünglich Rubin Köttelhut,
* 10.09.1906, † 1982 (Castrop-Rauxel).
Als Geburtsort wird auf der Sterbeurkunde ein Soldritten im Krs. Rastenburg (Ostpr.) angegeben, allerdings mit dem Vermerk, dass es urkundlich nicht nachgewiesen sei.
Er lebte nach seinem Fortzug aus Wolhynien im Kreis Rastenburg, allerdings ist ein Ort namens Soldritten nirgends erwähnt.
Ich denke, dass sich da ein Beamter beim Aufnehmen der Personalien vertan hat und mehrere Angaben miteinander vermischte und nach Gehör arbeitete. Eine Geburt in Solodyri sollte wahrscheinlich sein.
Deren Vater hieß Adolf Kettelhut, † 1913 in Solodyri; man erzählt in meiner Familie, dass er wohl während einer Schlittenfahrt von einem Wolfsrudel attackiert worden sei.
Er war verheiratet mit Martha Kettelhut, geb. Saad, * 15.02.1881, † 1936 (Preussisch Eylau).
Sie hat nach dem Tod ihres 1. Mannes noch einmal geheiratet, einen Herrn Link.
Eine Cousine von Thea und Rudi hieß Elsa Söcknick, später wohnhaft in Diez/Lahn.
Adolf und Martha K. haben Land besessen und waren wohl als Landwirte tätig.
Rudi Kettelhut hat sich in den frühen 40ern umbenennen lassen, da ihm der Nachname phonetisch missfiel und sein Vorname wohl zu jüdisch für die Zeit geklungen hat.
Alle Daten stammen aus einer Erklärung meiner Großmutter zum Erbverfahren des Rudi K. Dessen Sterbeurkunde besitze ich.
Meine Großmutter, * 1926 in Pr. Eylau, (Tochter der Thea K.) war Baptistin.
Wenn ich mir aber die Anmerkungen zu den KBs anschaue, dann hoffe ich, dass dies nur für sie und ihren Vater gegolten haben mag.
Es sind Verwandte dieses Zweiges nach Kanada und die USA ausgewandert, vermutlich nach einem der beiden Weltkriege.
Außer meinem Vater, der allerdings nicht viel mehr hierüber weiß, sind keine Angehörigen am Leben, die man noch näher befragen könnte.
Aus den betreffenden ostpr. Kreisen sind m.W.n. auch keine Standesamtsunterlagen erhalten geblieben.
II. Informationen (angenommen)
Im Bericht zum Dorf Solodyri wurden die Großeltern einer Alice Baumbach (Kanada, USA), Wilhelm u. Wilhelmine Kethelhut, erwähnt.
Eine Schwester der Fr. Baumbach hieß Elsa Zöcknick.
Die Namen sind zwischen den russ./deut./amerik. Behörden und den Erinnerungen wohl immer etwas anders geschrieben worden.
Ich nehme an, dass die Alice Baumbach wohl eine der Verwandten gewesen ist, die nach Amerika ausgewandert sind, denn die Daten aus dem Dorfbericht passen zu gut, als nur bloßer Zufall zu sein.
Ich vermute daher, dass die Eheleute Wilhelm K. meine Ur-Ur-Ur-Großeltern sind.
Die Familie Kettelhut hat Wolhynien entweder während des 1.WKs, oder im Zuge der bolschewistischen Revolution in den frühen 20er-Jahren verlassen und ist nach Ostpreußen (zurück-)gezogen.
Ich nehme an, dass Martha K. das 2. Mal wohl um 1914 geheiratet hat, um die Versorgungs- und Rechtslage für ihre 2 noch jungen Kinder zu gewährleisten.
In den Enteignungslisten für die Region auf wolhynien.de tauchte der Name Kettelhut nicht auf, dafür aber Link.
Ich nehme ich an, dass meine direkten Verwandten 1915 nicht deportiert worden sind, zumindest wurde meinem Vater davon nie berichtet.
III. Fragen und Hilfe
1)
Glücklicherweise sind im Archiv von Shitomir die KB erhalten geblieben, die für mich relevant sein könnten. (Geb. 1903/1906; Tod 1913).
Sollten Adolf u. Martha K. in Solodyri geheiratet haben, dann hätte ich vermutlich Glück, da KB von 1900/02/03 erhalten sind, und regulär ca. 1 Jahr vor der Geburt des 1. Kindes geheiratet wurde.
Sollte Martha K. schnell ein 2. Mal geheiratet haben, hätte ich vllt. auch noch Chancen auf Erfolg (KB 1913/14).
Natürlich unter der Voraussetzung, dass sie ev.-luth. gewesen sind.
Wie gehe ich in diesem Fall am besten vor? Behörden schreibt man nmw. in der Landessprache an. In älteren Forenposts wurde der Name 'Alex' als Ansprechpartner genannt. Ich nehme an, das hier (http://www.inthemidstofwolves.com/archives.html) ist seine HP. Wie kontaktiere ich ihn richtig und auf was für Zeiten und Kosten kann ich mich wohl einstellen?
Welche Daten benötigen er und das Archiv von MIR persönlich?
Ist es besser, im Archiv erst einen Suchantrag für die Dokumente zu stellen, deren Datum ich genau kenne, oder soll ich gleich auch mögliche Heiratsurkunden anfordern?
Werden Urkunden ausgestellt oder sind es Auszüge aus den KBs? Was ist besser; oder soll man beides beantragen?
Sind die KB-Einträge auf russisch verfasst?
2)
Soll ich die russischen Versionen der jeweiligen Namen bei der Archivanfrage angeben, oder ist es sinnvoller nur die dt. Namen zu verwenden und den Herrn Alex diese transkribieren zu lassen?
3)
Ich habe gesehen, dass es einen ''Stadtplan'' von Solodyri gibt.
Kann mir jemand diesen bitte zuschicken? Zwar stammt dieser wohl aus der Zeit nach Fortzug meiner Verwandten, aber ich fände es dennoch interessant zu sehen, wie das Dorf inetwa aufgebaut war.
4)
Ich weiß zwar nicht genau, wann meine Ahnen Wolhynien verlassen haben, aber ist es möglich, dass für sie im Dt. Reich eine Einbürgerungsakte angelegt worden ist? Werden diese heute zentral gelagert und wie kann ich zielgerichtet nach diesen suchen?
5)
Kann mir jemand die email-Adresse von Herrn Richard Benert zukommen lassen? Oder eine andere Möglichkeit mit Ihm Kontakt aufnehmen zu können?
Im Forum stammt zuletzt aus 2007 ein Kommentar von ihm, ob die Adresse heute noch benutzt wird ist fraglich.
Ich würde gerne mit ihm sprechen, da er über seine Cousine mit Alice Baumbach Kontakt hatte. Der Name Baumbach klang meinem Vater entfernt vertraut und wie oben zuvor geschrieben, nehme ich an, dass sie eine Verwandte von mir sein müsste.
Sie wird, bei allem Optimismus den man haben kann, wenn man tatsächlich einmal lebende Angehörige in unserem Hobby ausfindig macht, wohl nur noch sehr unwahrscheinlich am Leben sein.
Aber vielleicht gibt es ja noch Kinder oder Enkel von ihr, zu denen man Kontakt aufnehmen könnte.
6)
Wenn die Daten der Rückwanderer-Fürsorgelisten vorliegen sollten, kann jemand bitte nachschauen, ob sich unter Kettelhut (+ Variationen davon) bzw. in Kombination mit Link für den Zeitraum um ca. 1920 Einträge für den Raum Ostpreußen, besonders im Krs. Pr. Eylau, finden lassen?
7)
Welche Dinge gibt es, die ich an dieser Stelle vergessen habe, oder bei denen es sich noch lohnt weiter nachzuforschen?
= = =
Der Kommentar mag jetzt arg lang geworden sein, aber ich hoffe, dass man mit der Gliederung den Überblick etwas behalten kann.
Ich bedanke mich schon jetzt im Voraus für eure Hilfe und eure Ratschläge und wünsche euch ansonsten schon einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Gruß
Frederic
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- FN: Kettelhut, aus Shitomir / Solodyri -
Frederic Rosengart,
30.12.2015, 03:45
- Re: Ortsplan Solodyri -
Ingelore Hartmann,
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- Re: Ortsplan Solodyri -
Frederic Rosengart,
30.12.2015, 12:50
- Re: Ortsplan Solodyri - Irene König, 30.12.2015, 15:29
- Re: Ortsplan Solodyri -
Frederic Rosengart,
30.12.2015, 12:50
- Re: FN: Kettelhut, Rudi; Geburtsort? -
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- Re: FN: Kettelhut, Rudi; Geburtsort? - Frederic Rosengart, 30.12.2015, 18:40
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30.12.2015, 18:11
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- Re: FN: Kettelhut, aus Shitomir / Solodyri - Katrin Lemke, 30.12.2015, 17:55
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02.01.2016, 16:02
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