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Rundschreiben Nr. 35

Gerhard König ⌂, Sonntag, 09.01.2005, 18:23 (vor 7750 Tagen)

Rundschreiben Nr. 35 des Historischen Vereins Wolhynien e.V.
97353 Wiesentheid, Weg am Fuchsstück 2 am 15.12.2004

Liebe Mitglieder und Freunde!

1. Mitgliederversammlung. Sie fand am 25. September 2004 in Uelzen statt. An ihr nahmen knapp 100 Personen teil, von denen sich 31 Mitglieder in die Anwesenheitsliste eintrugen. Nach der durchgeführten Nachwahl setzt sich der Vereinsvorstand wie folgt zusammen: Vorsitzender Nikolaus Arndt, stellv. Vorsitzender Gerhard König, Schriftführerin Tatjana Stebner, Kassierer Harry Lewandowski, Beisitzer: Erhard Betker, Dr. Wilhelm Fielitz, Helmut Holz. Kassenprüfer: Eduard Bütow und Dr. Oskar Walter.

2. Wolhynier Umsiedler-Museum. Das jährlich in Linstow in Mecklenburg stattfindende Museumsfest wurde am 3. und 4. September unter großer Beteiligung abgehalten. Dabei wurde der erste Spatenstich für den Neubau eines Schulungs- und Versammlungsgebäudes vorgenommen. Inzwischen fand am 26. November 2004 das Richtfest statt, an dem Eduard Bütow die Grüße des Historischen Vereins überbrachte. Finanziert wird der Neubau von einem europäischen Fond und von der Gemeinde Dobbin-Linstow. Der Naturpark Nossentiner Heide, in dem Linstow liegt, erhielt für die Pflege des Parks den Europäischen Kulturerbepreis, was erstmalig für einen deutschen Park war.

3. Endlagerung des Archivmaterials. Hierüber wurden Verhandlungen begonnen mit dem Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne, die bereit ist, das Archivmaterial unseres Historischen Vereins zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt zu übernehmen. Hierzu wird bei der nächsten Mitgliederversammlung die Vereinssatzung geändert werden müssen.

4. Buch von Dr. Mychajlo Kostiuk: "Die deutschen Kolonien in Wolhynien 19. - Anfang 20. Jahrhundert" Das in ukrainischer Sprache erschienene Buch wird zur Zeit von Dr. Mychajlo Zlepko ins Deutsche übersetzt und soll dann gedruckt werden. Der Text enthält viel Neues, da Dr. Kostiuk erstmals die Akten des damaligen russischen Generalgouverneurs in Kiew nutzte, der über die Entwicklung innerhalb des Wolhyniendeutschtums dem Zaren zu berichten hatte.

Ergänzung: Das Manuskript in deutscher Sprache liegt inzwischen vor und wird derzeit redaktionell bearbeitet.

5. Familienforschung. Hierzu hat sich eine Gruppe gebildet unter Gerhard König und Irene Kopetzke. Die Gruppe arbeitet fachkundig unter Einsatz neuer technischer Mittel und legte einen umfangreichen hilfreichen "Leitfaden" an, den wir ins Polnische und Russische übersetzen ließen. Der Leitfaden kann bei uns bezogen werden. Gerhard König berichtete eingehend bei der in Uelzen stattgefundenen Versammlung über Vorgehensweisen bei der Familienforschung.

6. Biographische Sammlung. Von dem bei uns zusammengetragenen Material wurde ein erster einstweiliger Ausdruck gefertigt. Die Sammlung soll sowohl der Familienforschung, als auch in einer für später beabsichtigten Drucklegung einer allgemeinen Information dienen. Interessierte können gern eine Kopie des einstweiligen Ausdruckes zur Kenntnisnahme und zur erbetenen Ergänzung erhalten.

7. Wolhynier in Sibirien. Seit einigen Jahren bestehen Kontakte zu den vor 1914 nach dorthin freiwillig umgesiedelten Landsleuten. Eduard Bütow stattete der bei Irkutsk in Mittelsibirien lebenden Gruppe von Nachkommen einen Besuch ab, wurde herzlich empfangen und ist dabei einen Bericht hierüber zu verfassen.

8. Jahrbuch Weichsel-Warthe 2005. In ihm ist ein umfassender Bericht über die Arbeit unseres Vereins veröffentlicht. Ferner ein Bericht über Besuche des in Shitomir 1915 geborenen berühmten deutschstämmigen sowjetischen Pianisten Swjatoslaw Richter bei seiner bis 1962 in der Stadt Schwäbisch-Gmünd wohnhaft gewesenen Mutter, sowie über ihr dortiges Leben. Zum Inhalt wurden Zeitzeugen gehört, die sich nach einem Aufruf durch zwei städtische Zeitungen gemeldet hatten. Ergänzt wurde der Bericht über damalige Begegnungen der heutigen Ehrensprecherin der Landsmannschaft Weichsel-Warthe, Frau Ursula Brehmer mit Swjatoslaw Richters Mutter Anna in Gmünd.

9. Dr. Ingo Friedrich, Gunzenhausen. Vorsitzender Arndt berichtete in einem Gespräch ausführlich über die Arbeit unseres Vereins dem Wirtschaftsexperten, MdEP, Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes in Strassburg und stellvertretendem Landesvorsitzenden der bayerischen CSU. Die Eltern von Dr. Friedrich stammen aus Alexandrowka bei Luzk.

10. Rundfunksendung des MDR, Leipzig. Der Mitteldeutsche Rundfunk Leipzig überträgt demnächst mehrfach eine Sendung der Reihe "Axel Kaspar auf Achse" unter dem diesjährigen Titel "Via Regia - Paris/Kiew". Hierzu holte der MDR bei uns Erkundigungen ein.

11. Mineralwasser Richert in Kiew. Aus Shitomir erhielten wir die Mitteilung, dass in Kiew jetzt wieder Mineralwasser angeboten wird unter der Quellenbezeichnung "Richert". Dieser Wolhyniendeutsche hatte im 19. Jahrhundert die Quelle des bekömmlichen Wassers entdeckt.

12. Aus Polen erhalten wir Broschüren der polnischsprachigen Publikationsreihe "Wolyn blizej" (Wolhynien näher gebracht). Darin sind interessante Berichte und Abbildungen über das polnische Leben der Zwischenkriegszeit veröffentlicht. Im Heft 2/2003 waren zwei Aufnahmen von der ehemals deutschen evangelischen Kirche in Luzk abgebildet, sowie das Luzker Pfarrhaus.

13. Volkszählung 1921. Kürzlich konnten wir das umfangreiche Verzeichnis der Orte der polnischen Volkszählung kopieren lassen für die Wojewodschaft Wolhynien. Darin sind auch die deutschen und evangelischen Einwohner aufgeführt.

Ergänzung: Die polnische Volkszählung aus dem Jahr 1921 wurde vom statistischen Amt in Warschau im Jahre 1924 veröffentlicht. Aus dem Zahlenmaterial schrieb in den 30er Jahren Chichocka-Petrazycka das Buch "Zywiol niemiecki na Wolhyniu" ("Das deutsche Element in Wolhynien" ). Eine beachtenswerte Buchbesprechung hierzu ist von Walter Kuhn in "Deutsche Monatshefte in Polen", Jahrgang 1.(11.) 1934/35, Seiten 204-208 nachlesbar.

14. Judentum. Wir korrespondieren mit einem Historikerkollegen aus Nowograd-Wolynsk, der sich mit der Geschichte der Juden in Wolhynien befasst. Er teilte uns mit, dass in Israel eine Zeitschrift seit 1945 unregelmässig erscheint unter der Bezeichnung "Yalkut Wolyn" (Almanach Wolhynien). Der Kollege übersetzt manche Artikel aus dem Jiddischen und dem Hebräischen ins Russische.

15. Zwei Todesfälle. Kürzlich verstorben ist in Saarbrücken unser ehemaliges Vorstandsmitglied Frau Hedwig Mahl geb. von Zirckwitz aus Luzk. Ihr Großvater war evangelischer Pfarrer in Polen. Hedwig war für unseren Verein eine wichtige fachkundige Kollegin und gute Beraterin, beim Abfassen von Berichten, bei fachlichen Erörterungen und bei Ratschlägen. - Im April 2004 gestorben und in Erlangen beerdigt wurde Prof. Dr. Siegfried Trotnow, der bekannt geworden war als Vater des Retortenbabys. Eine Reihe seiner Kollegen erklärten im veröffentlichten Nachruf "Respekt vor seiner wissenschaftlichen und ärztlichen Lebensleistung". Siegfrieds Bruder Dr. Helmut Trotnow ist Historiker und Direktor des Alliierten-Museums in Berlin. Die Brüder entstammen einer Kantorenfamilie aus der Gegend von Luzk.

Allen Gönnern, die uns in letzter Zeit eine Spende haben zukommen lassen, möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen. Helfen Sie bitte auch weiterhin unseren Verein durch einen Kauf unserer Publikationen den Verein zu unterstützen. Benutzen Sie bitte die nachfolgende Kontoverbindung, um Ihren laufenden Beitrag und Ihre Spende auf das Konto des Vereins bei der Raiffeisenbank Volkach-Wiesentheid zu überweisen Nr. 327 085 BLZ 790 690 01. Vielen Dank!

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute zum Neuen Jahr.

Für den Vorstand: Nikolaus Arndt, Tatjana Stebner, Gerhard König


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