Re: Erinnerungen meines Vaters Alfred Brandt

Jürgen Brandt @, 19374 Goldenbow/Pch, Mittwoch, 29.09.2010, 14:28 (vor 5670 Tagen) @ Jürgen Brandt
bearbeitet von Jürgen Brandt, Mittwoch, 29.09.2010, 14:43

Wolhynische Impressionen

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Durch den Obstgarten erst geht es zum weit hinten liegenden Haus!


Eine Struktur, die man bei den einzelnd an einem Feldweg liegenden Gehöften, aber auch bei den Gehöften, die wie eine Perlenschur aufgereiht - aber mit ordentlichem Abstand zum Nachbarn - an einem Feld- oder Verbindungsweg zum nächsten Dorf immer wieder vorfindet.

Die Dorfstrukturen selbst und die der Anger- bzw. Weilergehöfte oder -dörfer sind etwas anders.

Der hier lebende Bauer kannte noch das vor 30 Jahren in den Wald abgeschobene Dorf, oder besser den Weiler Gregerowka, auf dem meine Vorfahren gesiedelt haben. Er wurde im Rahmen der Kollekivlandwirtschaft vor ca. 30 Jahren als "unbewohnt" in den nahegelegenen Wald samt Friedhof abgeschoben, um riesige Schläge Ackerland zu gewinnen. Eine Eßkastanie - nicht für die Gegend gewöhnlich - und Kirschbäume zeigten am Waldesrand an, dass hier mal etwas ganz anders war...

Der Bauer, auf dem Gehöft wohnte, zeigte auf andere, noch bestehende Gehöfte: "Dort wohnten Deutsche, dort Ukrainer, dort Juden, dort wieder Deutsche, dort auch, dort Polen und dann Ukrainer und dort nochmal Juden und dann wieder Ukrainer und dort die Russen. Und alle waren Freunde und alle haben sich verstanden und geholfen und dann kam der Krieg. Und dann waren hier nur noch Ukrainer und Russen. Dabei haben die anderen doch immer dazu gehört... auch die Deutschen...!"

Ich möchte diese Aussage des Bauern, einfach für sich stehen lassen...

--
JB


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