Re: Vorfahren von Karl Klinger

Klinger, Gerhard @, Sonntag, 06.04.2008, 21:43 (vor 6599 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard,

danke für die Antworten und Hinweise und dazu noch folgendes.

Geschichte .... 1731 ca. 18.000 Menschen, auch die Familie Klinger aus dem Salzburger Land vertrieben ...

Im Salzburger Verein e.V. in 33605 Bielefeld gibt es eine Namenliste jener
Salzburger Exulanten, die 1732 in Ostpreußen angesiedelt wurden.
In dieser Namenliste steht folgendes:

KLINGER - Surname / Registration / 1999-06-29 / Salzb. Verein /Hermann Gollub

Jedenfalls ist damals ein Klinger im Raum Gumbinnen angekommen.
Mein leider verstorbener Onkel (Emil Klinger,*19.12.1919 in Kuntzow bei Greifswald, gest. am 7.06.2005 in Kelsterbach a/M), mit dem ich mich sehr viel darüber unterhalten habe, hat mir erzählt und er hat es von seinen Eltern und Verwandten.
In Gesprächen früher haben diese Leute über ihre alte Heimat gesprochen, gesprochen von Vertreibung, Hunger, Suche nach Land und Not.

Einige dieser Salzburger Exulanten zogen nach aus wirtschaftlicher Not heraus weiter nach Wolhynien ...

Genaueres kann ich auch nicht schreiben. Da aber Karl Klinger eine polnische Försterstochter geheiratet hatte, obwohl diese Adolphine daraufhin von ihren Vater enterbt wurde, kann der Weg auch über Polen nach Wolhynien geführt haben.
1861, also bei der dritten Einwanderungswelle nach Wolhynien, kamen sehr viele aus Westpreußen und der Danziger Umgebung dorthin
(Geschichte der Rußlanddeutschen www.arwela.info)
(Salzburger in Ostpreußen www.woodele.de/genealogie/gensalzburger.html)

Mein Großvater Heinrich Klinger wurde am 15.04.1880 in Marianuka (wo liegt das?) geboren ....

Im Familienstammbuch meiner Eltern, unter dem Stempel und der Unterschrift des Standesbeamten steht noch geschrieben:
Eheschließung der Eltern:
Des Mannes am: 12.Mai 1910 in Tutschin
Standesamt : unbekannt ---------- Nr. ---------

Die Daten von Holdine Drews, meiner Großmutter, habe ich vom Grabstein abgeschrieben.
Den Geburtsort von Heinrich Klinger, den hat mir freundlicherweise Regina
nachgee-mailt, dafür erst einmal ein großes Dankeschön. Später mehr.

Der Ort Marianuka ist laut Lück-Karte jetzt Marjanowka bei Aleksandrja.
Holdine Drews wurde am 6.02.1893 in Maszcza Kreis Rowno geboren. Laut
Lück-Karte gibt es einen Ort gleichen Namens bei Marcelinhof (stimmt das?).
Alle Kinder von Karl Klinger sind mir durch meinen Onkel Emil bekannt.

Heinrich Klinger * 15.04.1880 in Marianuka
Gustav Klinger * 19.12.1881 in Marianka
Rosalie Klinger * 22.06.1884 in Marianowka
Bertha Klinger * 1893 ?
Ferdinand Klinger * ? ?
Helene Klinger * ? ?

Mein Großvater Heinrich Klinger war vier Jahre Soldat beim Russischen Zaren.Während des Russisch-Japanischen Krieges (1904-1905) soll sein Bruder Gustav Klinger nach Amerika ausgewandert sein.
Mit der jüngsten Schwiegertochter von Gustav Klinger hatte ich schon einmal telefonische Gespräche geführt (PS; telefonieren lassen, denn ich habe kein Englisch gelernt). Der Zeitpunkt jedoch war ungünstig, denn sie zogen gerade von der Ranch in ein Altersheim um.
Seitdem ist der Kontakt abgebrochen. Das war vor vier Jahren.

Die damalige Adresse lautete:
Klinger,Alfred
109 Augustine Rd.
Sellersville, PA 18960-1305
(215)257-9337

Dieser Alfred Klinger ist der jüngste Sohn von Gustav Klinger.

Ach so, mir fällt gerade noch ein, das Heinrich Klinger schon einmal verheiratet gewesen war und zwar mit einer älteren Schwester von Holdine Drews, deren Name keiner mehr kennt. Zuerst soll die Frau gestorben sein und später die drei Kinder an Krankheiten.
Ich denke mal,das muss so um die Militärzeit von Heinrich Klinger herum gewesen sein (1901-1905), denn Holdine hat sich während seiner Abwesenheit um die Kinder gekümmert.

Im Sommer 1915 wurden die Klinger's aus Wolhynien deportiert.
Mein Vater Alexander Klinger wurde am 20.12.1916 in Woronesch geboren.
Durch das Rote Kreuz siedelten meine Vorfahren nach Deutschland um.
Mein Onkel Emil wurde in Kuntzow bei Greifswald am 19.12.1919.
Einige Zeit später wurden die Koffer wieder gepackt und es ging nach Ostpreußen.In Schaaren bei Schloßberg fand man eine neue Heimat.
Der 2. Weltkrieg kam und die Flucht aus Ostpreußen auch.Vertreibung, Flucht
und Gefangenschaft hinterließen ihre Spuren. Nach Jahren der Suche fand man sich in Sachsen wieder.
Ich bemühe mich jetzt,die fehlenden Glieder dieser Familienkette wieder zusammenzusetzen. Wird es mir gelingen?

Viele Grüße

Gerhard


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