Rückwanderung und Einbürgerung

Oliver Günther, Sonntag, 07.09.2003, 11:12 (vor 8238 Tagen)

Im Januar 2003 hatte ich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin die Möglichkeit, diverse Akten zum Thema Einwanderung in den Jahren 1917/1918 von Wolhynien nach Deutschland durchzuschauen.
Dabei suchte ich nach Einwanderungen meiner Angehörigen (Schumann und Meier).
Die Einwanderungsakten waren alphabetisch sortiert. Deshalb sah ich nur die Akten "Sch" und "M".
Es ist aber davon auszugehen, daß auch für die restlichen Buchstaben und andere Jahrgänge entsprechend umfangreiche Akten vorhanden sind.

Neben den alphabetischen, personenbezogenen Akten gab es auch solche, die die politischen und organisatorischen Probleme behandelten.
Mein Ansatz hierfür war die Erforschung der "Rückwanderungsstelle" (von der mein Urgroßvater einen "Rückwandererausweis" erhielt und damit von Wolhynien nach Deutschland kam, während anderen Rückkehrungswilligen ohne "Rückwandererausweis" an der Grenze die Einreise mit Waffengewalt verweigert wurde) und der "Fürsorgeverein für deutsche Rückwanderer".

Hierzu konnte ich nämlich bisher kaum erläuternde Informationen erhalten. Als ich vor ca. 2 Jahren mit meiner Wolhynienforschung begann, war das Thema "Rückwanderung" und "Fürsorgeverein" kaum ausgeleuchtet.
Wenn Ihr also mehr dazu wissen wollt, fragt einfach nach. Ich bin gerade dabei, meine Erkenntnisse über die "Rückwanderungsstelle" und den "Fürsorgeverein für deutsche Rückwanderer" zusammenzufassen.

Im Folgenden gebe ich noch einige Zufallsfunde bekannt:

GUSTAV SCHULZ, geb. 28.02.1891 in Widumka, Kr. Schitomir, eingebürgert in Gumbinnen am 16.01.1918

ADOLF SCHULZ, geb. 14.08.1893 in Kurgan, Kr. Lutzka, eingebürgert in Gumbinnen am 30.10.1918

ALBERT SCHULZ, geb. 16.05.1888 in Martinowka, Wolhynien, eingebürgert in Gumbinnen am 12.03.1919

BENJAMIN SCHÖNING, geb. 24.11.1895 in Friedensdorf, Kr. Schitomir, eingebürgert in Duesseldorf am 21.07.1919

ROBERT MEIER, geb. 10. oder 22.03.1897 in Sergejewka, Kr. Emiltschin, eingebürgert in Minutsdorf, Kr. Hohensalza am 12.08.1918

GUSTAV LESS, Gumbinnen, Wohnort Damerau, Kr. Stallupönen, eingebürgert am 31.08.1914

Familie ALEXANDER SCHUBMANN, mit Frau und Kind, wohnhaft in Coronel Suarez F.C.S. Colonia Nr. 3, Argentinien. Seine Vorfahren waren Deutsche und gingen vor ca. 150 Jahren ins Wolgagebiet, dann nach Argentinien und 1914 zurück nach Deutschland (mit Norddeutscher LLoyd von Buenos Aires nach Bremen).

Re: Rückwanderung und Einbürgerung

B. Meyer, Sonntag, 07.09.2003, 15:18 (vor 8238 Tagen) @ Oliver Günther

Hallo, ja mich würde es schon interessieren, hab ja gerade hier im Forum eine entsprechende Frage vor einigen Tagen gestellt. Mein Großvater kam ca. 1914 nach Deutschland,in den Kreis Lauenburg, (heute Lebork). Wo kann man denn deine Zusammenfassung über die betreffenden, bei der Rückwanderung behilflichen Stellen lesen?

Grüße, B.Meyer

Re: Rückwanderung und Einbürgerung

Oliver Günther, Montag, 08.09.2003, 11:13 (vor 8237 Tagen) @ B. Meyer


Als Antwort auf: Re: Rückwanderung und Einbürgerung von B. Meyer am 07. September 2003 15:18:17:


Ich erstelle gerade meine Auswertung und habe mich gerade bei Irene bereit erklärt, einen Artikel zu schreiben.
Termin der Fertigstellung, Veröffentlichung?

Ich werde das aber nicht auf die lange Bank schieben.


Re: Rückwanderung und Einbürgerung

B. Meyer, Samstag, 14.08.2004, 14:23 (vor 7896 Tagen) @ Oliver Günther

Hallo OLiver Günther,

vor ungefähr einem Jahr haben Sie einen interessanten Beitrag zum Thema Rückwanderung und Fürsorgeverein hier ins Forum gestellt. Sie wollten eine Zusammenfassung darüber schreiben, auch eine eigene Webseite war angedacht.
Das Thema ist für mich nach wie vor sehr ganz aktuell und ich frage mich nun, habe ich da was verpasst? Oder ist das Projekt aus irgendwelchen Gründen gescheitert? Das wäre sehr schade!!

Schönes Wochenende!
Bettina Meyer

Re: Rückwanderung und Einbürgerung

Ansgar, Sonntag, 07.09.2003, 21:13 (vor 8237 Tagen) @ Oliver Günther


Als Antwort auf: Rückwanderung und Einbürgerung von Oliver Günther am 07. September 2003 11:12:46:


Hallo

Uns ist es gelungen Kopien von sogenannten Personenstammblättern, bzw Einwanderungsanträgen aus dem Jahr 1940 von Familienangehörigen beim

Bundesarchiv Postfach 450 569 in 12175 Berlin
zu erhalten.
Es handelte sich dabei um Einwanderungsunterlagen nach Lodz.
Als Gebühren wurden für die 2 Kopien 15,75 ? berechnet


EWZ-Akten?

Irene Kopetzke, Sonntag, 07.09.2003, 23:44 (vor 8237 Tagen) @ Ansgar


Als Antwort auf: Re: Rückwanderung und Einbürgerung von Ansgar am 07. September 2003 21:13:21:


Bei den Kopien handelt es sich doch sicher um die Akten der Einwandererzentrale, oder? Ich wundere mich allerdings über die hohen Kosten für die Kopien. Habt Ihr die 15,75 Euro für 2 Kopien bezahlt oder für Kopien von 2 Akten (die ja etwa 15-20 Seiten umfassen)? Kannst Du das noch mal richtigstellen?


Re: EWZ-Akten?

Ansgar, Freitag, 12.09.2003, 07:40 (vor 8233 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: EWZ-Akten? von Irene Kopetzke am 07. September 2003 23:44:27:


Na ja wenn Du so fragst:
Wir haben 2 Blätter -- keine Akten -- als Kopie mit Aufdruck Bundesarchiv erhalten. Auf weitere Anfrage erhielten wir 2 Stammblätter ohne Aufdruck, die einwenig mehr Informationen zu Tage brachten gratis

mfg

Ansgar


Re: EWZ-Akten?

Irene Kopetzke, Freitag, 12.09.2003, 14:41 (vor 8233 Tagen) @ Ansgar


Als Antwort auf: Re: EWZ-Akten? von Ansgar am 12. September 2003 07:40:28:


Dann nehme ich mal an, daß in dem Preis von 15,75 Euro außer den 2 Kopien noch die Gebühren für die Recherche und die Portokosten enthalten waren. Daß die Stammblätter später kostenlos nachgeliefert wurden, zeigt doch, daß nicht gründlich genug recherchiert worden war. Auch jetzt noch frage ich mich, warum die Akten nicht mehr Blätter enthalten. Auf meiner Webseite habe ich ja mal aufgelistet, was gewöhnlich dabei ist und da ist das, was Dir geschickt wurde, doch sehr unvollständig.


Re: Geheimes Staatsarchiv

Irene Kopetzke, Sonntag, 07.09.2003, 23:42 (vor 8237 Tagen) @ Oliver Günther

Als Antwort auf: Rückwanderung und Einbürgerung von Oliver Günther am 07. September 2003 11:12:46:


Hallo Oliver,
schön, mal wieder etwas von Dir zu hören. Und natürlich möchte ich mehr wissen zum Thema "Rückwanderungsstelle" und "Fürsorgeverein für deutsche Rückwanderer". Über diesen Fürsorgevereine bin ich gerade erst vor ein paar Tagen gestolpert, als ich in der Literatur etwas zum Thema Rückwanderung suchte (siehe mein Posting vom 4. September).

Auf die Bestände des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz Berlin weise ich ja schon auf meiner Webseite hin, allerdings sind die Informationen dazu relativ vage.

Könntest Du Deine Erkenntnisse nicht so zusammenfassen, daß wir davon eine Webseite machen könnten? Natürlich würdest Du als Autor genannt werden. Egal ob Du viel oder wenig Infos hast, es würde sicher vielen nützen. Du kannst natürlich auch hier im Forum schreiben, aber wichtige Informationen habe ich lieber auf der Webseite, wo sie jeder finden kann. Überlege es Dir bitte.

Re: Geheimes Staatsarchiv

Oliver Günther, Montag, 08.09.2003, 11:08 (vor 8237 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: Re: Geheimes Staatsarchiv von Irene Kopetzke am 07. September 2003 23:42:53:


Darauf habe ich es ja angelegt ;-)

Ich wollte nur nicht mit der Tür ins Haus fallen.


Re: Geheimes Staatsarchiv

Irene Kopetzke, Dienstag, 09.09.2003, 11:34 (vor 8236 Tagen) @ Oliver Günther


Als Antwort auf: Re: Geheimes Staatsarchiv von Oliver Günther am 08. September 2003 11:08:27:


Ach weißt Du, ich bekomme so wenig Angebote zur Mitarbeit, da kannst Du gar nicht mit der Tür ins Haus fallen, die steht nämlich weit offen. Ich hatte schon gehofft, daß das ein verstecktes Angebot war und ich bin gewillt, das skrupellos auszunutzen. ;-)


Re: Geheimes Staatsarchiv

Dr. Dirk Faltin, Mittwoch, 10.12.2003, 14:40 (vor 8144 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: Re: Geheimes Staatsarchiv von Irene Kopetzke am 07. September 2003 23:42:53:


Hallo, diese Angaben zum Geheimen Staatsarchiv PK sind fuer mich sehr interessant. Ich habe vom Archiv eine Auflistung mit den Bestaenden zum Thema Rueckwanderung erhalten. In meinem Fall suche ich nach Personen die ca. 1920 nach mehrjaehriger Verbannung/Verschleppung in Uralsk nach Ostpreussen gekommen sind. Diese Personen wurden 1914 von den Russen deportiert und lebten vermutlich in der Gegend von Mazyr in Weissrussland. Hat jemand hier Erfahrung den Bestaenden der Archivs zu solcheiner Fragestellung? Nimmt das GStAPK auch Suchauftraege an?

Gruss
Dirk Faltin


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