Umsiedlerlager der Wolhyniendeutschen 1939 in Hubertusburg

Ulf Müller ⌂ @, Wermsdorf in Sachsen, Freitag, 19.04.2024, 15:15 (vor 32 Tagen)

Sehr geehrte Damen und Herren

Bei meinen Forschungen zum größten deutschen Bessarabiendeutschen Umsiedlerlager des 2. Weltkrieges in Hubertusburg/Wermsdorf/Sachsen fand ich den Hinweis, dass vor dieser Lagerzeit zeitweise bereits Wolhyniendeutsche Umsiedler hier im Schloss Hubertusburg untergebracht worden waren.
Folgendes ist dazu bekannt:

==> Im September bzw. Oktober 1938 war Hubertusburg Flüchtlingslager für 185 Sudetendeutsche Flüchtlinge - aber nur Männer und Jungen.
==> Später, und zwar bevor die ca. 4000 Bessarabiendeutschen ab dem 4.Oktober 1940 bis 15.Februar 1942 hier lebten, waren zudem Wolhyniendeutsche Umsiedler auch hier untergebracht.
==> Ab dem 15.Mai 1941 war Hubertusburg dann Unteroffiziersschule der Luftwaffe.


Können Sie mir zu dem Lager für die Wolhyniendeutschen weiterführende Informationen, Quellen, links, Dokumente und Fotos usw. zur Verfügung stellen?
Aktuell arbeite ich an einer Publikation über das Bessarabiendeutsche Umsiedlerlager in Hubertusburg und würde gern auch konkretere Hinweise über das Wolhyniendeutsche Umsiedlerlager mit einfügen.


Vielen Dank für Ihre Mithilfe bei der Aufarbeitung dieser dramatischen Menschenschicksale im 2. Weltkrieg.

Ulf Müller
Beirat im Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V.
Brunnenweg 3
04779 Wermsdorf
Tel 034364-52289

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Umsiedlerlager der Wolhyniendeutschen

Gerhard König ⌂, Freitag, 19.04.2024, 22:51 (vor 32 Tagen) @ Ulf Müller

Guten Tag Herr Müller,

für Ihre Recherche empfehle ich Ihnen die Dissertation

  • Stephan Döring: Die Umsiedlung der Wolhyniendeutschen in den Jahren 1939 bis 1940.
    Erschienen in: Band 3 - Schriftenreihe Militärhistorische Untersuchungen
    Frankfurt am Main [u.a.], Verlag Peter Lang, 2001. ISBN 3-631-37720-7

Über Fernleihe in einer Bibliothek in Ihrer Nähe ist dieses Buch erhältlich.

Bei meinen Forschungen zum größten deutschen Bessarabiendeutschen Umsiedlerlager ..

Es gab Sammellager, Bereitstellungslager und Beobachtungslager. Einen Begriff "Umsiedlerlager" kann ich in der umfangreichen Archivrecherche des Herrn Döring nicht finden.

In der Auflistung der Beobachtungslager im Altreich für Wolhynien- und Galiziendeutsche listet der Autor weit über 100 Lagerstandorte auf. Wahrscheinlich erging es den Bessarabiendeutschen ähnlich und sie wurden auf viele Standorte verteilt untergebracht.

Wolhyniendeutsche Umsiedler hier im Schloss Hubertusburg untergebracht worden waren.

Es kann durchaus möglich sein, dass auch wolhyniendeutsche Familien in Hubertusburg gewesen sind. Dazu müßten Sie sich selbst mit den Dokumenten im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde beschäftigen. Die Bestandsbezeichnungen heißen:

  • R57 Deutsches Auslands-Institut
  • R59 Volksdeutsche Mittelstelle
  • R69 Einwandererzentralstelle Litzmannstadt (EWZ)

Diese zwei Titel könnten Ihnen ebenfalls behilflich sein:

  • Wilhelm Fielitz: Das Stereotyp des wolhyniendeutschen Umsiedlers.
    Popularisierung zwischen Sprachinselforschung und nationalsozialistischer Propaganda.
    Marburg: Elwert, 2000. ISBN 3-7708-1158
  • Ortfried Kotzian: Die Umsiedler. Die Deutschen aus West-Wolhynien, Galizien, der Bukowina, Bessarabien, der Dobrudscha und in der Karpatenukraine.
    Erschienen in Studienbuchreihe der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, Band 11.
    München: Langen Müller, 2005. ISBN 3-7844-2860-6

Gerhard König

Umsiedlerlager der Wolhyniendeutschen 1939 in Hubertusburg

Ruth Schulz @, Sonntag, 21.04.2024, 14:35 (vor 30 Tagen) @ Ulf Müller

Hallo Ulf,

möglicherweise könnte Ihnen jemand aus dem "Forum der Dt. Wehrmacht" auch noch weiterhelfen.

LG Ruth

Umsiedlerlager der Wolhyniendeutschen 1939 in Hubertusburg

U. Müller ⌂ @, Wermsdorf in Sachsen, Sonntag, 21.04.2024, 16:35 (vor 30 Tagen) @ Ruth Schulz

Vielen Dank für diesen Hinweis. Aber die Dokumentation für die Zeit der Nutzung durch die Wehrmacht als Unteroffiziersschule der Luftwaffe ist bereits recht gut dokumentiert und bekannt.

Über die beiden Umsiedlerlager (Wolhyniendeutsche und Bessarabiendeutsche) ist demgegenüber bisher fast nichts niedergeschreiben worden.
Das würde ich gern ändern.

Dankbare Grüße aus dem Schloss Hubertusburg
U. Müller

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