Hallo Wolhynier.
Die Deutsche Volksliste, die 1939 zunächst in Polen eingerichtet wurde, hatte 4 Abteilungen (Volksliste Nr.1, Volksliste Nr.2, Volksliste Nr.3, Volksliste Nr.4).
Kann jemand bestimmen, dass die Volksliste der Ukraine nur 2 Abteilungen hatte (Volksliste Nr.1 und Volksliste Nr.2)?
Viele Grüße
Waldemar
Re: Eine Frage
Ansgar Mantey
, Samstag, 10.01.2009, 15:54 (vor 6324 Tagen) @ Waldemar Wolff
Hallo Waldemar,
bei http://books.google.de ist in "Rasse, Siedlung, deutsches Blut" von Isabell Heinemann zu lesen, daß die "Deutsche Volksliste der Ukraine" 3 Abteilungen hat.
Zitat:
"Die Volksdeutschen in der Ukraine
......Die Gruppeneinteilung in DVL1 bis DVL3 war angelehnt an das seit 1939 in den besetzten polnischen Westgebieten angewandte Verfahren. Noch stärkere Übereinstimmungen bestanden allerdings zu dem 1943 in Nordfrankreich benutzten Volkslisten-Verfahren, da auch dort die DVL-Gruppe 4 fehlte....."
DVL = Deutsche Volksliste
Lt. dem von Ansgar angegebenen Link www.zeitung-heimat.de erhielt aber nur derjenige die deutsche Staatsangehörigkeit, der in den Volkslisten 1 oder 2 eingetragen war und durch die deutschen Behörden einen Ausweis bekommen hatte.
Regina
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Re: Eine Frage
Waldemar Wolff
, Sonntag, 11.01.2009, 00:40 (vor 6324 Tagen) @ Regina Steffensen
Hallo Regina, hallo Ansgar,
vielen Dank für eure schnelle Antworten.
Der Artikel in der Zeitung "Heimat-Родина" war mir bekannt, aber ich zweifelte, dass es nur zwei Abteilungen gab - deswegen war die Frage.
Jetzt auf der Seite 449 des Buches von Isabell Heinemann sehe ich eindeutig - es gab ohne Zweifel drei Abteilungen (Volkslisten 1, 2 und 3).
Herzlichen Gruß
Waldemar
Hallo Waldemar,
konntest Du beim Lesen zum Thema "Volkslisten" einen heutigen Standort dieser Dokumente finden?
Artikel in der Zeitung "Heimat-Родина"
In diesem Artikel wird ein Kanzlei zitiert und diese verweist allgemein formuliert auf deutsche Archive.
Dies würde ich sehr gern etwas genauer mit Adresse, Ansprechpartner etc. in den Leitfaden einfügen.
gerhard
Re: Frage Volkslisten
Waldemar Wolff
, Mittwoch, 14.01.2009, 21:41 (vor 6320 Tagen) @ Gerhard König
Hallo Gerhard,
Du hast mich überschätzt.
Mit dem Thema „Volksliste“ habe ich mich bisher noch nicht auseinandergesetzt.
Ich weiß nur, dass der größte Teil des Bestandes liegt wahrscheinlich nur in Form von Mikrofilmen oder Mikrofische vor. Die Originalfilme werden im Bundesarchiv Koblenz verwahrt; im Bundesarchiv Berlin existieren Kopien der Filme.
Die Adresse des Bundesarchivs Berlin:
Bundesarchiv Berlin Lichterfelde
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
Postanschrift: Postfach 450569
12175 Berlin
Telefonnummer für Rückfrage: 030187770-431
E-Mail: k.steinmetz@barch.bund.de
Sachbearbeiter: (Herr oder Frau) Steinmetz.
Die Nutzung ist allgemein bekannt. Die Person muss älter als 110 Jahre sein, oder man muss die Verwandtschaft nachweisen. Die Unterlagen kann man schon nach drei Wochen bekommen. Die Rechnung für eine Akte kann ca. 30-40 Euro sein (15,34 Euro für jede angefangene halbe Stunde).
Die Adresse der Kanzlei Enders & Enders, die wahrscheinlich auch etwas in dieser Sache verstehen:
Kanzlei Rechtsanwalte Enders & Enders
Oststr. 21
48231 Warendorf
Tel.: 02581 7840040
Fax.: 02581 7840078
E-Mail: RAe.ENDERS@t-onlie.de
Aber das alles weist Du ja schon.
Jetzt werde ich auch auf das Thema – Volksliste aufmerksam sein.
Waldemar
Re: Eine Frage
Waldemar Wolff
, Mittwoch, 14.01.2009, 19:32 (vor 6320 Tagen) @ Regina Steffensen
Hallo Regina,
ich habe noch gefunden in der "Verordnung über die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit an die in die Deutsche Volksliste der Ukraine eingetragenen Personen - vom 19. Mai 1943". (Im Reichsgesetzblatt Nr.54. Ausgegeben zu Berlin, den 26. Mai 1943.)
§ 2(1). Die ehemaligen Staatsangehörigen der UdSSR und die Staatenlosen deutscher Volkszugehörigkeit, die in die Abteilung 3 der Deutschen Volksliste der Ukraine aufgenommen sind, erwerben durch die Aufnahme die Staatsangehörigkeit auf Widerruf.
Waldemar
Re: Volksdeutsche und Reichsdeutsche
Bärbel Voltermann
, Freitag, 16.01.2009, 17:26 (vor 6318 Tagen) @ Waldemar Wolff
Hallo,
habe ich das nur richtig Verstanden? Es gibt Volksdeutsche und Reichsdeutsche.
Die Deutschen die im "Reich" lebten waren die Reichsdeutschen und die Deutschen die im Ausland lebten waren die Volksdeutschen?
Meine Vorfahren waren also deswegen Reichsdeutsche, weil sie aus der Ukraine nach Polen umgesiedelt wurden. "Zurück ins Reich" Polen gehörte damals zum Reich.
Kompliziert!
Bärbel
Re: Volksdeutsche und Reichsdeutsche
Waldemar Wolff
, Samstag, 17.01.2009, 00:11 (vor 6318 Tagen) @ Bärbel Voltermann
Hallo Bärbel.
Volksdeutsche – nazionalsozialstische Bezeichnung für die außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches von 1937 und Österreichs in Sprachinseln oder Streusiedlungen ansässigen Deutschen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen.
Also waren deine Vorfahren Volksdeutsche.
(Quelle: Wikipedia)
Waldemar
Re: Volksdeutsche und Reichsdeutsche
Bärbel Voltermann
, Samstag, 17.01.2009, 09:28 (vor 6317 Tagen) @ Waldemar Wolff
Hallo Waldemar,
im Jahre 1937 lebten meine Vorfahren noch in der heutigen Urkaine. 1940 sind sie in das heutige Polen umgesiedelt worden.
In der Einbürgerungsurkunde vom 24.5.1940 steht Reichsdeutsche. Also kann das mit 1937 nicht stimmen. Zu dem Zeitpunkt leben sie noch in Wolhynien und nicht in Deutschland-Polen.
Mich würde sehr interessieren, was bei den anderen in der Einbürgerungsurkunde steht!!!
Einen lieben Gruß
Bärbel
Re: Volksdeutsche und Reichsdeutsche
Waldemar Wolff
, Sonntag, 18.01.2009, 15:12 (vor 6316 Tagen) @ Bärbel Voltermann
Hallo Bärbel
Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Am 17. September fallen die Sowjets von Osten in das Polen ein. Am 23. August, acht Tage vor dem deutschen Angriff auf Polen, einigten sich Hitler und Stalin über die Aufteilung Osteuropas in eine deutsche und eine sowjetische Interessensphäre. Am 28. September 1939 wurde in „Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag“ der Grenzverlauf zwischen den Interessensphären festgestellt. Zu diesem Vertrag gab es ein geheimes Zusatzprotokoll, in dem die Sowjetunion zusagte, den in ihren Interessengebieten ansässigen Reichsangehörigen und anderen Persönlichkeiten deutscher Abstammung, sofern sie den Wunsch haben, nach Deutschland oder in die deutschen Interessengebiete überzusiedeln. Am 8. Oktober wurden in den zur Eingliederung vorgesehene gebiete Reichsgaue Westpreußen und Posen gebildet. Neben wurde der Gau Ostpressen nach Süden erweitert. Auf dieser Grundlage schloss das Reich mit der Sowjetunion am 3. November 1939de Vertrag zur Umsiedlung der Deutschen aus Galizien, Wolhynien und den Narevgebiet ab, der am 16 November 1939 unterzeichnet wurde. Am 29. Januar 1940 wurde der Reichsgau Posen in Reichsgau Wartheland umbenennt (auch als Warthegau bezeichnet).
Die Aussiedlung der Deutschen in Polnisch-Wolhynien in den Warthegau wurde vom 23. Dezember 1939 bis Anfang Februar 1940 durchgeführt. Es sollten 35.700 Deutsch aus Westwolhynien sein. Hier, in Warthegau wurde zuerst Die „Deutsche Volksliste“ eingerichtet. Wer in die Liste aufgenommen wurde erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft.
Jetzt denke nach wer deine Vorfahren waren.
Sie waren wahrscheinlich polnische Zugehörige, also waren sie keine Reichsdeutsche.
Die Einbürgerungsurkunde bekamen sie am 24. Mai 1940. Vor diesem Zeitpunkt gehörten sie im Sinne der deutschen Behörden wahrscheinlich zu den Personen deutscher Abstammung.
Ich bin mich nicht sicher, aber zu dieser Zeit war die Benennung „Volksdeutsche“ noch nicht gebräuchlich. Ich glaube der Begriff – Volksdeutsche erschien erst im Jahre 1941 nach der von Hitler geplanten „Neuordnung Europas“.
Hab ich Dir geholfen?
Waldemar.
Re: Volksdeutsche und Reichsdeutsche
Bärbel Voltermann
, Montag, 19.01.2009, 16:49 (vor 6315 Tagen) @ Waldemar Wolff
Hallo Waldemar,
du hast mir sehr geholfen! Vielen lieben Dank dafür.
Ich bin nun noch mal alle Akten durchgegangen.
In der Einbürgerungsurkunde von 24.5.1940 steht Reichtsdeutsche.
In dem Einbürgerungsantrag bei meinen Großeltern steht die Volksdeutschen und bei Staatsbürgerschaft:Pole!
Stellungnahme der Deutschen Volksgruppe: K.B.
K.B. wurde handgeschrieben.
Nochmals vielen lieben Dank
Bärbel
