Wladyslawowie-Petrikau-Switschowka
Hallo zusammen,
beim Durchsehen des Kirchenbuchs zu Switschowka (2380038) 1871,1873-1877 ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Familien aus Wladyslawowie stammt.
Hier ein Teil dieser Familien: Stabel, Moneweg, Pfau, Frantzmann, Oswald, Rein, Frank, Frei (Frey), Titelmajer (Tittelmeier), Kühn, Müller, Jekel, Ludwig, Nörenberg, Krüger, Rapp, Schlecht, Scholtzow (Schultz), Hapke, Hübner, Döge, Knodel, Martel, Hauser, Stojke usw.
Leider kann ich diese Einträge nicht korrekt lesen, da sie meiner Meinung nach in polnischer Sprache verfasst sind.
Den Eintrag Nr. 12, 1873 habe ich so interpretiert:
Rapp, Katarina, gebürtig aus Wladyslawowie, verstorben, 1873, 1Jahr, Vater Jakob Rapp, Mutter Emilija Bilawow (Bieler),
Paten: Metylda Rapp, 34 Jahre, Jan Rapp, 32 Jahre
Ein großer Teil der Familiennamen findet sich bei mir mütterlicherseits (Sommer, Gustav) als mögliche Vorfahren, Verwandte, Paten oder Bekannte meiner verstorbenen Eltern wieder.
1. Frage:
Liegt Wladyslawowie in der Nähe zu Petrikau? dort gibt es nördlich ein Wladyslawowa, sind diese identisch?
2. Frage:
Mein Urgroßvater mütterlicherseits Jakob Rapp, ist dort ca. 1840 in Kochanow, Kirchspiel Rawe, Petrikau geboren worden, + in Ledochow, Wolhynien, 1 März 1899, dort gibt es östlich von Wladylawowa ein Kochanow, sind diese identisch?
3. Frage:
In welchem Kirchenbuch sind die Geburten von Wladyslawowie eingetragen und wo in welchem Archiv sind sie archiviert?
Ich verfüge über eine Abschrift einer Geburts- und -taufurkunde aus Radom vom 16. April 1938 ausgestellt Pastor E. Friszke zu
Rapp, Katarzyna, geb. in Wladyslawowie, 27. Juni 1876, +ca. 1932 Apanowszczyzna, Vater Jakuba Rapp, Mutter Wilhelmine Hoffmann, alle ev. luth.
Auch ist die Abschrift einer Heiratsurkunde, Heirat am 23.11.1879, meines Urgroßvaters Samuel Sauerbier, geb. ca. 1854, Vater Gottfried, gebürtig aus Radiansk, Mutter Krystyny Fritz, mit seiner Ehefrau Rozyny Markwart, Vater Gotliba, Mutter Karoliny Müller, in Radom ausgestellt, Pastor E. Friszke, 10. Ausgust 1939.
Schwestern von Samuel sind Susanne geb. ca. 1860,+ 1927 Ostpreußen oo Ferdinand Markwart; Wilhelmine oo Johann Schulz; Marianne geb. ca. 1880, oo Gustav Schulz, geb. 3. Juli 1876 Sohn von Ernst und Theophile Weber.
4. Frage
In den Kirchenbucheinträgen hat ein K. Lechelt die Einträge vorgenommen, in den späteren Kirchenbucheinträgen ist für die Taufe Lehrer/Kantor C. Lechelt zuständig.
Lassen sich hieraus Schlüsse ziehen? Stammt die Familie Lechelt auch aus Wladyslawowie?
5. Frage
Wer weiß mehr über die Dorfnamen aus der Petrikauer Gegend und der Dorfnamen an der Weichsel östlich von Radom?
Sind die Eintragungen 1871 im Kirchenbuch Switschowka zu Wladimir, Wolhynien noch gar nicht aus Switschowka?
In „Deutsche Monatshefte, Heft 10, April 1940 über das deutsche Schulwesen in Westwolhynien schreibt Walter Kuhn auf Seite 354, Zitat:
Das schönste Beispiel aber ist Mariendorf östlich Wladimir Wolynsk. Dessen Siedler waren aus der Petriekauer Gegend zuerst an die Weichsel östlich Radom gewandert und hatten hier 1871 einige neue Dörfer begründet. Fünf Jahre später zogen sie geschlossen nach Wolhynien weiter. Ihr Lehrer Karl Lechelt machte beide Wanderzüge mit und führte das an der Weichsel begonnene Kantoratsbuch mit den Eintragungen der Geburten und Todesfälle in Mariendorf weiter. -Zitat Ende-.
Hier ein Auszug aus „Deutsche Monatshefte in Polen, Heft 8/9 vom Februar/März 1937, über Die Kirchenbücher als Geschichtsquelle des Wolhyniendeutschtums, Seite 401 schreibt Walter Kuhn, Zitat:
Manche Siedlungen haben ihre Namen vollkommen geändert.
-Nächste Satz ausgelassen-
Mariendorf im Kreise Wladimir wurde bei der Zuschreibung zum Wolostverbande 1885 auf die zwei Woloste Werba und Kisielin aufgeteilt und zerfiel dadurch in zwei Kolonien, die fortab Swiczowka (Mariendorf I) und Kisielowka (Mariendorf II) hießen.- Zitat Ende-.
Hinweis:
W. Kuhn befasst sich im vg. Heft auch mit der Konfirmandenliste der Kolonie Marynkow Beresk (30 km nordwestlich von Lutzk) (sehr ausführlich) und der Herkunftsforschung für diesen Ort, weiter betrachtet er die Herkunftsforschung für
-Adom-Oderady, (etwa 17 km östlich von Lutzk, in der Sammelgemeinde Czarukow)
-Deutsch-Antonowka (35 km nördlich von Tuczyn, Sammelgemeinde Beerezno, Kreis Kostopol
-Karlswalde (poln. Holendry Gisbodskie) südlich von Ostrog, zunächst alte Mennonitensiedlung, diese wanderten nach Amerika aus, Deutsche aus Mitteldeutschland füllten aus, Totenliste 1875 bis 1908 von Karlswalde
-Wincentow-Beresk und Zaostrow, nur wenig Ausführung, Übersichtskarte
-Gnidau, wie vor (Kolonie galizischer Pfälzer)
Insgesamt sind 37 Seiten über Fernausleihe (Stadtbücherei) als Kopie zu erhalten, Original liegt in Universitätsbibliothek Tübingen.
Ich hoffe nun, von Ihnen Antworten auf meine Frage zu bekommen.
Helmut Sauerbier
