Re: Pachtkolonie und Kolchos
Hallo Björn.
1917 gab es in Russland noch keine Kolchose. Die Kollektivierung begann 1928. Theoretisch geschah die Kollektivierung auf freiwilliger Grundlage, aber da die Eigentumsbauern mit sehr hohen Steuern belegt wurden, mussten praktisch alle Bauern in die Kolchose eintreten. In den ersten Jahren blieb ein Teil als Eigentumsbauern bestehen. Diese wurden aber von Jahr zu Jahr mit so hohen Getreidesteuern belegt, dass die Forderungen nicht mehr erfüllt werden konnten und auch diese Bauern ?freiwillig? in das Kollektiv eintraten. Bei Einführung des Kollektivs wurden die Einzelhöfe alle zusammengelegt und das aus Holz erbaute Haus ?versetzt?, d.h. abgebaut und in geschlossenen Siedlungen wieder aufgebaut.
Auf dieser Weise hörten nach der Revolution die Deutschen auf als Kolonisten zu existieren, und nach der Kollektivierung verloren sie ihre Existenz als Landwirte. Die Kolonien und die deutschen Güter wurden als sozialökonomische Gebilde für immer mitleidslos vernichtet.
Es ist unwahrscheinlich, das Dein Urgroßvater gleichzeitig als Vorsitzender des Dorfrates und Vorsitzender des Kolchosen tätig war. Wenn er es war, dann nicht gleichzeitig.
Waldemar
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- Pachtkolonie und Kolchos -
Björn Bergmann,
04.07.2006, 15:02
- Re: Pachtkolonie und Kolchos - Gerhard König, 04.07.2006, 20:40
- Re: Pachtkolonie und Kolchos -
Waldemar Wolff,
05.07.2006, 00:43
- Re: Pachtkolonie und Kolchos -
Björn Bergmann,
06.07.2006, 16:26
- Re: Pachtkolonie und Kolchos - Waldemar Wolff, 07.07.2006, 00:44
- Re: Pachtkolonie und Kolchos -
Björn Bergmann,
06.07.2006, 16:26
