Spass in Wollhynien

Carlos C Hennig, Samstag, 06.05.2006, 05:44 (vor 7288 Tagen)

An anfand die jahren 1900, weiss jemand hier, mit und Wass haben die Wolhyner an endes woche oder faiehr tage spass gehat? Fussbal? ball, tansen, kneipe, wodka, oder nur arbeiten und mit die mama spass gemacht zuhause? eheheheh.
Weiss jemand was dafür?
Grussse und Füll spass

Re: Spass in Wollhynien

Irene Kopetzke, Dienstag, 09.05.2006, 12:05 (vor 7284 Tagen) @ Carlos C Hennig

Als Antwort auf: Spass in Wollhynien von Carlos C Hennig am 06. Mai 2006 05:44:15:


Hallo Carlos,
darüber ist einiges geschrieben worden, vor allem in:

* Alfred Cammann, "Heimat Wolhynien", Band 1 und 2
* Wolhynische Hefte (das Inhaltsverzeichnis erscheint demnächst wieder auf der Website)

Dort findest Du viel über das Leben der Wolhynier. Auch darüber, was sie in der Freizeit getan haben. Tanzen war nicht erlaubt, soviel ich weiß, es galt als Sünde. Die Kinder kannten viele Spiele, auch Fußball. Kartenspiele, Domino, Mühle, "Mensch, ärgere Dich nicht" usw. wurden sicher nicht in allen Familien gespielt, waren aber verbreitet. Es wurden Geschichten erzählt und gesungen, wenn man zusammensaß. Viel Freizeit hatten die Leute ja nicht.

Meine Mutter erzählte mir, daß ihre Onkel oft zum Angeln gingen. Und wenn es heiß war, wurde abends im Teich gebadet (nackt!). Einmal haben die Männer sich von oben bis unten mit Schlamm eingerieben und sind durchs Haus gelaufen, um ihre Frauen zu erschrecken. :-)

irene

Re: Spass in Wollhynien

Carlos Hennig, Dienstag, 09.05.2006, 20:31 (vor 7284 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: Re: Spass in Wollhynien von Irene Kopetzke am 09. Mai 2006 12:05:37:


Danke Irene, diese geschichter onteresen mich weil ich etwas schraiben wil über Wolhynien, in 2009 virt es 100 jahre das die dork weck sind, und ich machte etwas von sie schreiben, und dies geschichter komm gut rein, wen noch jemand was hat, bitte.
Und vie bekomm ich solchen buch ?

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Re: Spass in Wollhynien

Gerhard König ⌂, Mittwoch, 10.05.2006, 00:11 (vor 7284 Tagen) @ Carlos Hennig


Als Antwort auf: Re: Spass in Wollhynien von Carlos Hennig am 09. Mai 2006 20:31:30:

Und vie bekomm ich solchen buch ?

Carlos,

die Bücher von Cammann sind aus den Jahren 1985 und 1988. Diese kannst Du nur noch in einer Bibliothek ausleihen oder mit sehr viel Glück antiquarisch erwerben.

Die wolhynischen Hefte sind auf der Seite des Historischen Verein Wolhynien e.V. vorgestellt: www.HistorischerVerein.wolhynien.de ... gehe zur Rubrik Publikationen und hier kannst die Inhalte nach Autoren oder nach Heften sortiert nachlesen; den Bestellzettel aufrufen, ausdrucken und abschicken.

gerhard

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Re: Cammann Bücher gefunden

Gerhard König ⌂, Freitag, 12.05.2006, 18:32 (vor 7281 Tagen) @ Gerhard König


Als Antwort auf: Re: Spass in Wollhynien von Gerhard König am 10. Mai 2006 00:11:49:

die Bücher von Cammann sind aus den Jahren 1985 und 1988 ...

Hallo Carlos,

eben entdeckte ich antiquarisch die Bücher von CAMMANN. Schreibe nach Niesky eine Bestellung der zwei Bücher "Nr. 28234: Cammann, Alfred 'Heimat Wolhynien'. 1985-1988."

Adresse:
Antiquariat Ralf Einhorn
Ludwig-Ey-Str. 22
02609 Niesky
Deutschland

E-Mail: antiquar-einhorn(et)t-online.de

Anzeige auf http://www.antiquar-einhorn.de:
28234) Cammann, Alfred: Heimat Wolhynien. 1985. 2 Bde. 1985-1988. Zus. ca. 950 S. mit Abb. etc. (15:21) Kart. = St. a. Tit. = Schriftenreihe der Kommission für ostdeutsche Volkskunde 33, 41 ? 29.00

Re: Cammann Bücher gefunden

Carlos Hennig, Freitag, 12.05.2006, 22:56 (vor 7281 Tagen) @ Gerhard König


Als Antwort auf: Re: Cammann Bücher gefunden von Gerhard König am 12. Mai 2006 18:32:27:


Dankem, ich werde malh anrufen,
Grusse.

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Re: Cammann Bücher gefunden

Gerhard König ⌂, Samstag, 13.05.2006, 06:51 (vor 7281 Tagen) @ Carlos Hennig


Als Antwort auf: Re: Cammann Bücher gefunden von Carlos Hennig am 12. Mai 2006 22:56:12:


Diesen Mann bekommst Du ganz schlecht ans Telefon, da sehr viel unterwegs. Schreibe eine E-Mail und kopiere meinen Text:

Guten Tag Herr Einhorn,

auf Ihrer Interseite werden die Bücher von Herrn Cammann angeboten:
Bestellnummer 28234 "Cammann, Alfred: Heimat Wolhynien".

Diese Bücher möchte ich verbindlich bestellen.
Wenn sie noch vorrätig sind, schicken sie diese bitte an meine Postanschrift:

Carlos Hennig
Deine Adresse

Viel Erfolg gerhard

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Re: Cammann Bücher gefunden

Gerhard König ⌂, Mittwoch, 24.05.2006, 04:25 (vor 7270 Tagen) @ Gerhard König


Als Antwort auf: Re: Cammann Bücher gefunden von Gerhard König am 13. Mai 2006 06:51:37:


Soeben fand ich im Netz ein weiteres Angebot für die CAMMANN-Bücher, aber mit recht stolzen Preisen :-( :

http://www.lib.ndsu.nodak.edu/grhc/order/german_language/publications.html

... hier die Nr. 106 + 107

Re: Cammann Bücher gefunden

Carlos Cesar Hennig @, Dienstag, 06.06.2006, 06:11 (vor 7257 Tagen) @ Gerhard König

Als Antwort auf: Re: Cammann Bücher gefunden von Gerhard König am 13. Mai 2006 06:51:37:


Gerhard !

Heute habe ich die antwort erhalten.


Data: Mon, 5 Jun 2006 09:03:48 +0200
Para: "cesar hennig"
Assunto: Re: Aus Brasilien
De: "antiquar-einhorn(et)t-online.de" Adicionar endereço

Sehr geehrter Herr Heenig,

vielen Dank.
Leider sind die Bücher bereits verkauft.
Mit freundlichen Grüßen

Re: Spass in Wollhynien

Ellen Glanz, Mittwoch, 10.05.2006, 17:19 (vor 7283 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: Re: Spass in Wollhynien von Irene Kopetzke am 09. Mai 2006 12:05:37:


Wann war das denn, als Tanzen nicht erlaubt war?
Mein Vater, der 1917 geboren wurde, hat immer erzählt, daß er mal Ärger zu Hause bekommen hat, weil er in einer Nacht die Sohlen seiner neuen Schuhe durchgetanzt hat.
Das muß also noch früher gewesen sein, oder?
Liebe Grüße
Ellen

Re: Spass in Wollhynien

Hedi Spangenberg, Mittwoch, 10.05.2006, 20:15 (vor 7283 Tagen) @ Carlos C Hennig


Als Antwort auf: Spass in Wollhynien von Carlos C Hennig am 06. Mai 2006 05:44:15:


Spaß in Wolhynien
Über meine Vorfahren in Rozyszcze kann ich zum Thema ?Spaß? und ?Tanz? in den Jahren um 1915-1930 einige Erinnerungen aus Erzählungen meiner Mutter berichten. Diese Erinnerungen betreffen die Jugendzeit meiner Eltern und deren Geschwister. Meine Mutter ist, Slowena KOTYK, 1907, verheiratet mit Paul Wilhelm SCHIELE, *1903, beide lebten in Rozyszcze bis 1939.

Meine Cousine Else Kotyk, über 20 Jahre älter als ich, trug folgendes zu diesem Thema bei: Tanzen galt als Sünde (wie im früheren Beitrag von Irene schon geschrieben) und ihr Vater, *1894, wäre nur einmal hingegangen.
Also es gab Tanzveranstaltungen!
Meine Mutter erzählte mir, daß sie immer die Hemden der älteren Brüder bügelte (mit Holzkohlebügeleisen - Kragen stärken!), wenn diese ausgehen wollten.
?Ausgehen? schloß wohl Tanzen ein!
Meine Mutter erzählte, daß ?Tanzen? nicht das bedeutete, was es in unserer Zeit bedeutet. Es fand überwiegend in den Häusern der Leute, die Kinder im betreffenden Alter hatten, statt. Die Jugend kam zusammen und wer ein Instrument spielen konnte, der brachte es mit. Es wurde musiziert und gesungen und wahrscheinlich auch getanzt. Mein Vater zum Beispiel konnte Geige spielen und hatte für diese Gelegenheiten außerdem ein Heft, in dem er Gedichte und Liedtexte sammelte. Er konnte alle auswendig und trug sie auch gern bei solchen Feiern vor. Diese Feiern hießen ?Sabawa? und es nahmen nicht nur Deutsche daran teil, sagt Else KOTYK. Ihr fiel als Freizeitbeschäftigung noch der Posaunenchor und der Handarbeitskreis bei Pastor Henke ein. Stummfilm hat sie zum ersten Mal 1933/34 gesehen.
Meine noch in Westpreußen geborene Urgroßmutter hat bei einer Hochzeit viel getanzt, und wurde sehr bewundert, da sie es besser konnte wie die jungen Leute ? kein Wunder, wenn Tanzen in Wolhynien nicht geschätz wurde!
In der Nähe von Wolnianka, Rozyszcze gab es einen, vielleicht als Festplatz zu bezeichnenden Platz, der eine Holzdiele zum Tanzen hatte. Eine große Schaukel war auch dort.
Einmal fuhr meine Mutter mit anderen Jugendlichen aus der Wolnianka in einem Boot zu einer wie oben beschriebenen Feier auf der anderen Seite des Styr und wäre beinahe ertrunken, als man aus Übermut mit dem Boot zu sehr schaukelte. Es war Winter und sie und ein weiteres Mädchen (Elsa?, die eine erstaunliche Oberweite hatte, wie meine Mutter an diesem Tage, während die Sachen trockneten, feststellte), wurde mit Stangen aus dem Wasser gerettet.
Meine Tante Käte Kotyk (*1910), verheiratet WEISS, wurde, als sie noch sehr jung war, von einem aus Rozyszcze stammennden Lehrer VOGEL oft zum Tanz abgeholt. Er galt als ?Respektperson? und man vertraute ihm das hübsche Mädchen an ? leider!
Es gab ein Mädchen in der Nachbarschaft meiner Familie, das nach solchen Feiern immer besonders pünktlich zu Hause sein sollte, es aber nie schaffte und Schläge dafür bekam!

Das sind kleine Erlebnisse aus meiner Familie, die ein wenig mit ?Tanzen und Spaß? zu tun haben. Vielleicht trägt dieser Eintrag in das Forum ja sogar dazu bei, Leute zu finden, die auch in dem Boot mit meiner Mutter saßen, auch von der Schaukel im Walde gehört hatten oder denen andere Geschichten aus der Wolnianka von ihren Vorfahren bekannt sind!

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