Rückwander / Staatsarchiv
Für alle die es interessiert - hier ein Schreiben des Geheimen Staatsarchivs Preussischer Kulturbesitz u.a. zur Frage der Rückwanderer-Akten.
Betr.: Rückwanderer aus Wolhynien - 1917/1918 und Salzburger Emigranten
Sehr geehrter Herr Schwanicke,
im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wird vornehmlich die schriftliche Überlieferung der zentralen Behörden und Einrichtungen des brandenburg-preußischen Staates verwahrt und von dessen Provinzialbehörden, soweit deren Schriftgut in das preußische Zentralarchiv gelangt ist. Historische Personenstandsunterlagen lokaler Provenienz, wie z. B. zivile Kirchenbücher oder Standesamtsregister, aber auch Einwohnerverzeichnisse befinden sich daher nicht unter den im Hause verwahrten Archivalien.
Im Bestand I. HA Rep.77 Ministerium des Innern befinden sich auch Akten über Aus- und Einwanderung bzw. Einbürgerung in Preußen bis 1933/34. Die Akten, die insbesondere die Fürsorge für deutsche Flüchtlinge betreffen (z.B. I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern, Tit. 1146, Nr. 74: Fürsorge für deutsche Flüchtlinge aus Russland, 1919-1920 und Tit. 226 b Einwanderungen, Nr. 63: Behandlung der Rückwanderer deutscher Abstammung, Bd.1 1906-1921 usw.), enthalten zum größten Teil Richtlinien und Regelungen (auch Statistiken) für die einzelnen Behörden. Einzelfälle sind nur dann dokumentiert, wenn sie besonders kompliziert und regelungsbedürftig waren.
Ich verweise auf das Bundesarchiv, Finckensteinallee 63 in 12205 Berlin.
Diese Einrichtung verwahrt u. a. auch Unterlagen der Einwanderer-, Umwanderer- und Rückwandererzentralstellen.
Ferner verweise ich auf den Kirchlichen Suchdienst Stuttgart, Rosenbergstraße 50, 70176 Stuttgart (zuständig für Südosteuropa, Ostpreußen, Memelland, Pommern, Danzig-Westpreußen,
Baltische Staaten, Wartheland-Polen, GUS-Staaten, Wolhynien/Ukraine).
Im Geheimen Staatsarchiv PK werden die noch kurz vor Ende des II. Weltkrieges nach Westen ausgelagerten Bestände des damaligen Staatsarchivs Königsberg verwahrt. Diese Überlieferungen enden zum großen Teil um 1850. Dokumente aus der Zeit danach bis 1945 sind nur in einigen Splittern vorhanden. Das hängt wohl damit zusammen, dass Akten aus der jüngeren Zeit noch bei den entsprechenden Behörden und Einrichtungen waren, für den täglichen Dienstbetrieb noch benötigt wurden und es zu keiner Verlagerung in den Westen mehr gekommen ist.
Eine Übersicht über Quellen zu den Salzburgern aus dem Historischen Staatsarchiv Königsberg vermittelt Prof. Dr. Bernhart Jähnig in der Altpreußischen Geschlechterkunde, neue Folge, Blätter des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Band 21, 1991, S. 411f. Hilfreich ist auch die Schrift von Norbert Stein: Salzburger Emigration und Salzburger in Ostpreußen, Bestandsübersicht zu den Akten des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Salzburger Verein e. V., Bielefeld 1997.
Wegen weiterer zweckdienlicher Hinweise für diese famlienkundlichen Nachforschungen können Sie sich auch direkt an den Salzburger Verein e.V., Memeler Str. 35, 33605 Bielefeld, wenden.
Ich stelle Ihnen anheim, eine Anfrage an das Ostpreußischen Landesmuseum, Ritterstraße 10, 21335 Lüneburg zu richten.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. Simons
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