"Fehlender" Eintrag Geburt/Taufe KB Roschischtsche

Andreas Florian @, Worms, Dienstag, 18.03.2025, 16:46 (vor 497 Tagen)

Ich wende mich mit einer Frage an das Forum, auf die mir selbst keine passende Antwort einfallen will.

Hier die Fakten:
1. Meine Urgroßeltern, Gottlieb und Julianne Krause geb. Lunge, lebten nach ihrer Trauung am 01.05.1902 in der Kirche in Rozyszcze, mit Ausnahme der Zeit der Deportation (Julianne und Kinder) 1915-1917 und dann bis zu ihrer Rückwanderung nach Deutschland 1919, in Zaostrow, Kreis Luck.
2. Alle bis 1919 geborenen Kinder meiner Urgroßeltern - mit Ausnahme eines Sohnes, der 1916 in der Verbannung geboren worden war - wurden in Zaostrow geboren.
3. Die Geburten/Taufen finden sich gem. Abfrage auf sggee.org alle - mit Ausnahme der meines Großvaters - in den jeweiligen KB der Kirche in Rozyszcze.
4. Mein Großvater wurde definitiv geboren.
5. Die Kinder (1903-1916) von Gottlieb und Julianne:
Krause, Hulda *10.08.1903
Krause, Otto *07.11.1905
Krause, Martha *24.08.1907
(Krause, Reinhard *06.12.1909)
Krause, Leopold *22.05.1912
Krause, Alwine *09.11.1914

Da ich den Eintrag zu meinem Großvater auf sggee.org nicht durch einfache Abfrage fand, bin ich die KB-Jahrgänge von Rozyszcze und Luck 1909 ff. (bis 1912, Eintrag zu Leopold Krause) komplett durchgegangen. Ohne Erfolg.

Gibt es ggf. eine Erklärung?

MfG
Andreas Florian

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"Fehlender" Eintrag Geburt/Taufe KB Roschischtsche

Irene König ⌂ @, Dienstag, 18.03.2025, 18:14 (vor 497 Tagen) @ Andreas Florian

Hallo Andreas,

manchmal kommt es vor, dass Taufeinträge fehlen, ich habe keine Erklärung dafür. Hast du andere Unterlagen, die den Geburtsort deines Großvaters belegen? Eine EWZ-Akte gibt es wohl nicht, da dein Großvater scheinbar schon früher nach Ostpreußen umgesiedelt ist. Auf die Schnelle habe ich nur die Erfassung im Lastenausgleichsarchiv gefunden. Wenn noch nicht vorhanden, könntest du dir eine Kopie der Akte besorgen.

https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/b714ee26-474b-4213-9a89-ad7adb95e4b8/

Gruß, Irene

"Fehlender" Eintrag Geburt/Taufe KB Roschischtsche

Andreas Florian @, Worms, Dienstag, 18.03.2025, 19:27 (vor 497 Tagen) @ Irene König

Hallo Irene, vielen Dank für deine Antwort. Sie ist für mich ausreichend. Es hatte mich einfach gewundert. Die Akte aus dem Lastenausgleichsarchiv habe ich als Kopie. Desgleichen die Sterbeurkunde meines Großvaters. Mit dem Vermerk: Geburtseintrag urkundlich nicht nachgewiesen... ebenso die Trauung mit meiner Großmutter am 06.07.1940 in Schreitlacken, Ostpreußen... Allerdings sind in sämtlichen offiziellen Schriftstücken und Ausweisen meiner Großeltern ab der jeweiligen Ankunft im Lager Friedland, Niedersachsen nach dem 2.WK bis zu ihrem jeweiligen Tod die Daten so angegeben/vermerkt. Auch das ist für mich ausreichend.

Herzlichen Dank nochmals für deine Unterstützung und Rückmeldung!

Gruß, Andreas

"Fehlender" Eintrag Geburt/Taufe KB Roschischtsche

Kathleen Böhme @, Hohen Neuendorf, Dienstag, 26.05.2026, 20:59 (vor 63 Tagen) @ Andreas Florian

Hallo Andreas, ich habe in deinem Eintrag gelesen, dass deine Vorfahren aus Rozhizhche deportiert wurden. Auch mein Vorfahren Schiller/Nehring sind aus Rozhizhche 1916 deportiert worden und in Ostpreußen Kellerischken wahrscheinlich 1919/1920 angekommen. Weißt du wohin deine Vorfahren deportiert wurden und wie sie nach Ostpreußen kamen?
Vielen Dank im Voraus
Kathleen Böhme

"Fehlender" Eintrag Geburt/Taufe KB Roschischtsche

Kathleen Böhme @, Hohen Neuendorf, Mittwoch, 27.05.2026, 09:40 (vor 63 Tagen) @ Kathleen Böhme

Hallo Andreas,
noch ein Nachtrag, meine Uroma Alma Schiller, später verheiratet Pillkuhn, kam in Schreitlaugken an und hat dort auf dem Gut gearbeitet, bis sie nach der Hochzeit in den Nachbarort Kellerischken gezogen ist.
Vg Kathleen

Schreitlaugken/ Schreitlacken in Ostpreußen

Andreas Florian @, Kornwestheim, Dienstag, 02.06.2026, 11:27 (vor 57 Tagen) @ Kathleen Böhme

Hallo Kathleen,

die Orte Schreitlaugken und Schreitlacken sind NICHT identisch!

Schreitlaugken (heute Šereitlaukis/Lithauen) gehörte zuletzt zum Landkreis Tilsit-Ragnit, während Schreitlacken (heute Morschanskoje/Russland) zuletzt zum Landkreis Samland gehörte.

Gruß, Andreas

Deportation und Rückwanderung Familie Gottlieb Krause

Andreas Florian @, Kornwestheim, Dienstag, 02.06.2026, 12:18 (vor 57 Tagen) @ Kathleen Böhme

Hallo Kathleen,

meine Urgroßmutter, Julianna Krause geb. Lunge, wurde 1915 zusammen mit ihren Kindern und weiteren Verwandten vermutlich in das Gouvernement Perm deportiert. Belegt ist (Stand heute) nur der Tod ihres Vaters, August Lunge, im Januar 1916 in einem Dorf namens Wilwa im Kreis Seligansk im Gouvenrement Perm (Ev.-Augsb. Kirche Roshischtsche, Verstorbene 1928-1938, S. 97, Nr. 79). Sie soll 1917 wieder nach Wolhynien zurückgekehrt sein.

Es heißt, dass mein Urgroßvater, Gottlieb Krause, der als Sanitäter in der russischen Armee gedient hatte und in österreichische Kriegsgefangenschaft geraten war, seine Familie nach seiner Freilassung Ende 1918 und seiner Rückkehr nach Wolhynien, dort gesucht und schließlich krank wiedergefunden habe. Die belegte Enteignung des Hofes in Saostrow und die Schilderung des Suchens und Findens lassen vermuten, dass Julianna und ihre Kinder nicht dorthin zurückgekehrt waren bzw. nicht hatten dorthin zurückkehren können.

Weiter heißt es, er habe sie zunächst alle gesund gepflegt und sei dann Anfang 1919 mit ihnen nach Ostpreußen ausgewandert wo ihnen bei Grenzübertritt ihre russischen Pässe abgenommen worden seien. Eine Tochter wurde dann im September 1919 bereits in Ostpreußen, auf dem Gut Schulstein im Kreis Fischhausen, geboren.

Es gibt keinen Beleg, wann und wo sie in Ostpreußen ankamen. Ich hatte 2010 hier im Forum eine Anfrage mit dem Ergebnis gemacht, dass in den Flüchtlingslisten von 1916/1919 eine Julianne Krause geb. Schönrock aus Saostrow mit drei Kindern und mit der Ortsangabe Pierkuhnen, Post Lötzen, Ostpreußen, aufgeführt wird, bei der es sich jedoch um die Schwägerin meines Urgroßvaters handelt.

Ich denke, du kannst meinen Formulierungen entnehmen, dass es sich bei meinen Ausführungen weitestgehend um - nicht belegte - Überlieferungen in der Familie handelt. Im Gesamtkontext erscheinen sie mir jedoch schlüssig. Bis weitere Recherchen ggf. Anderes ergibt. Ansätze habe ich noch genug.

Liebe Grüße,
Andreas

P.S. Die von dir genannten Familiennamen sind mir nicht bekannt und tauchten bisher auch nicht im Zusammenhang mit meinen Recherchen auf. Siehe meine Antwort auf deinen zweiten Post.

Deportation und Rückwanderung Familie Gottlieb Krause

Kathleen Böhme @, Hohen Neuendorf, Donnerstag, 04.06.2026, 20:32 (vor 54 Tagen) @ Andreas Florian

Hallo Andreas, vielen Dank für deine Nachricht und die vielen Informationen.
Ich habe jemanden bei ancestry gefunden der unsere beiden Familien (Regine Nehring und Julianne Lunge/Krause) in seinem Stammbaum hat. Er lebt in den USA und ich hatte vor ein paar Wochen schon Kontakt mit ihm. Vielleicht kann er noch ein paar Informationen liefern, wie unsere Familien verwandt sind, das konnte ich leider nicht erkennen.
Ich habe das Buch "Gefangen in Sibirien" gelesen. Und dort auch von früheren Entlassungen aus den Lagern gelesen. Daher weiß ich nicht, wann meine Urgroßmutter Alma Schiller zurück gekehrt ist. Können Sie die Listen noch einsehen?
Vg Kathleen

Nehring/Schiller/Lunge/Krause

Andreas Florian @, Kornwestheim, Montag, 08.06.2026, 06:39 (vor 51 Tagen) @ Kathleen Böhme

Hallo Kathleen,

ich hatte auf deine Anfrage hin bereits einen kurzen Check gemacht... und festgestellt, dass es zwischen den Familien mit Sicherheit Verbindung(en) geben kann. Aber - aus meiner Perspektive - etwas entfernter und "eingeheiratet" also keine direkte Verwandtschaft.

Die zweite Ehefrau des Vaters von Julianna Krause geb. Lunge war eine geb. Jesse: Emilie Jesse, *13.03.1867/Andrespol, Eltern Friedrich Jesse und Anna Marianna Schmidt. Die hat eine - mittlerweile verstorbene - Großtante (geb. Krause) von mir sogar noch gekannt.

Es gibt eine Hochzeit (1891) zwischen einem Carl Schiller und einer Juliane Jesse (Eltern Johann Jesse und Juliane Albrecht. Habe das aber nicht weiter verfolgt. Du kannst es aber auf sggee.org recherchieren.

Liebe Grüße, Andreas

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