Standesämter in der Ukraine
Michael Warnack, Montag, 03.10.2005, 10:44 (vor 7495 Tagen)
Hallo alle zusammen, wie läuft das eigentlich in der Ukraine mit den Standesämtern? Gibt es überhaupt die Möglichkeit an versch. Personenstandsurkunden heranzukommen bzw. gibt es die Möglichkeit von Archivanfragen? Oder ist der Aufwand zu groß, so daß es sich nicht lohnen würde?
Einen lieben Gruß in die Runde
Micha
Re: Standesämter in der Ukraine
Gerhard König
, Montag, 03.10.2005, 11:13 (vor 7495 Tagen) @ Michael Warnack
Als Antwort auf: Standesämter in der Ukraine von Michael Warnack am 03. Oktober 2005 10:44:07:
Hallo Michael,
sei so nett und schreibe uns die ungefähre Zeit, in der Du suchst dazu. Personen- und Ortsangaben wären ganz hilfreich, da sich in der Ukraine eine etwas unterschiedliche Geschichte vollzog.
Gerhard
Re: Standesämter in der Ukraine
Michael Warnack, Montag, 03.10.2005, 17:46 (vor 7494 Tagen) @ Gerhard König
Als Antwort auf: Re: Standesämter in der Ukraine von Gerhard König am 03. Oktober 2005 11:13:54:
Hallo Gerhard,
das nenne ich ja mal eine schnelle Antwort :)
Also, mir geht es speziell um eine Geburtsurkunde aus dem Jahre 1906 aus Baraschi/Barashi. Leider habe ich nicht so richtig eine Vorstellung an wen und wie ich mich an ihn wenden soll. Die Ukraine ist leider absolutes Neuland für mich. Meinst Du ich sollte über die Botschaft gehen?
Einen liben Gruß an Dich.
Micha
Als Antwort auf: Re: Standesämter in der Ukraine von Michael Warnack am 03. Oktober 2005 17:46:46:
Bevor Du Dir einen geeigneten Weg suchst, laß uns erst zusammentragen, was Du erfragen willst.
Bist Du Dir bei dem Ort Baraschi ganz sicher? Lt. PINGOUD gab es in diesem Flecken (größere Ortschaft) um 1906 ca. 38 evang. Einwohner. Sie gehörten zum Kirchspiel Heimthal. Für diese Ortschaft eine sehr geringe Zahl. War Baraschi der Wohnort der Familie oder eine andere Ortschaft in der Umgebung? Falls bekannt, sollte dies unbedingt in Deinem Anschreiben drin stehen.
Die Geburten wurden im Buch des Kantorats und im Kirchenbuch des Kirchspiels (meist zeitlich später) eingetragen. Standesämter gab es zu diesem Zeitpunkt hier nicht, diese Funktion übten die Pastoren mit aus. Lt. Leitfaden (Punkt 4.4.1) sind die Kirchenbücher von Heimthal 1900 - 1914 (es fehlen 1901, 1904 und 1905) unter dem Fond 67 im Findbuch 8 des Staatlichen Archivs in Shitomir zu finden.
das nenne ich ja mal eine schnelle Antwort :)
Bei so konkreten Angaben gibt man doch gern etwas Hilfestellung.
Re: Suche in/um Baraschi
Michael Warnack, Montag, 03.10.2005, 23:04 (vor 7494 Tagen) @ Gerhard König
Als Antwort auf: Suche in/um Baraschi von Gerhard König am 03. Oktober 2005 20:05:50:
Hallo Gerhard,
ja ich bin mir was den Ort angeht schon sehr sicher, ich habe ihn aus einer Heiratsurkunde. Gut leserliche Schrift Ort Baraschi Kreis Baraschi dahinter Ukraine .... so stellt sich für mich schon einmal das Land dar. Es fand bezüglich Gottlieb Milchert ein paar Jahre später eine Einbürgerung statt, so daß sich mein Fall erhärtet. Über das Internet ist der Ort direkt mit Fotos und detaillierten Beschreibungen nicht zu finden, da er wahrscheinlich zu klein ist. Der Name Baraschi jedoch schon, sowie Hinweise die in die Ukraine in Grenznähe zu Polen deuten. Jedoch ist Baraschi evtl. eine deutsche Schreibweise die der Standesbeamte nur über das Hören notiert hat, somit kann eine andere ukrainische Schreibweise ebenfalls möglich sein. Du hattest mir ja diesbezüglich schon einmal geschrieben.
Da Du natürlich sagst, daß nur 38 Leute dort gelebt haben,... ja das ist eine Überraschung, die Unwahrscheinlichkeit an den Tag legt. Ich werde mir diesbezüglich einmal Gedanken machen.
Danke übrigens auch für die Frage mit den Standesämtern, da sieht man wieder daß man immer noch etwas dazu lernt. Mir war nicht bewußt, daß Daten von den Kirchen geführt wurden für diesen Zeitraum ...
Ein herzliches Dankeschön. Wenn ich Dir an anderer Stelle weiterhelfen kann dann gib mir bitte Bescheid (z.B. Forschungen in Deutschland), da ich in Nachlaßpflegschaften arbeite kenne ich auch den einen oder anderen Trick :)
Sei lieb gegrüßt
Micha
Re: Suche in/um Baraschi
Gerhard König
, Dienstag, 04.10.2005, 03:23 (vor 7494 Tagen) @ Gerhard König
Als Antwort auf: Suche in/um Baraschi von Gerhard König am 03. Oktober 2005 20:05:50:
Sorry für meine Hartnäckigkeit, aber ich habe hier noch so einige Fragen ... Deine bisherigen Nachrichten habe ich nun mehrmals gelesen und bin momentan der Meinung, bevor Du in die Ukraine schreibst, sollten wir mal weiter "sortieren" und die Möglichkeiten in Deutschland ausschöpfen.
Ort ... aus einer Heiratsurkunde
* Wann und wo ist diese ausgestellt?
* Wie heißen die Eheleute und deren Eltern?
Gottlieb Milchert ein paar Jahre später eine Einbürgerung ...
* Wann und wo konkret?
* Gibt es dazu ein vorliegendes Dokument?
In einer vorangegangen Nachricht hattest Du geschrieben: "gottlieb milchert der um 1900 eingedeutscht wurde" ... sollte es sich um den gleichen Gottlieb handeln, sind wir nun zeitlich mind. beim Jahr 1924 (1906 + mind. 18 Jahre bei der Heirat) ... oder es handelt sich um zwei verschiedene Personen ???
Baraschi ... 38 Leute ... Überraschung, die Unwahrscheinlichkeit ...
So ungewöhnlich ist dies garnicht, es besagt ja nur, daß wenige Lutheraner direkt in Baraschi wohnten. Der Flecken Baraschi gehörte zu den größeren Ortschaften in dieser Gegend. Hier wurde bestimmt rege Markt abgehalten. Somit zogen die Kolonisten oft mit der ganzen Familie hierher, um ihre Waren zu verkaufen. Oder sie besuchten einen Arzt, eine Behörde (da Wolost) oder einen Notar.
Daher meine nächsten Fragen:
* Welche Konfession hatte Gottlieb Milchert?
* Sind Geschwister von ihm bekannt und deren Geburtsorte?
* Was war er und/oder seine Eltern von Beruf?
Gerhard
Re: Standesämter in der Ukraine
Walerian Wrona, Dienstag, 04.10.2005, 15:17 (vor 7494 Tagen) @ Michael Warnack
Als Antwort auf: Standesämter in der Ukraine von Michael Warnack am 03. Oktober 2005 10:44:07:
Hallo,
Barasi, so heißt es heute übersetzt, war eine relativ große Stadt (3000Einwohner). Mein Großvater mütterlicherseits war vor der Revolution Richter am dortigen Gericht. Vorher war er Abgeordneter in der Duma. In dem Ort waren überwiegend Ukrainer und Polen angesiedelt.
Gruß Walerian
