Feldmarschall Kutusow

Waldemar Wolff, Samstag, 05.03.2005, 23:50 (vor 7694 Tagen)

Hallo, liebe Leute - lange nicht geschrieben.

Ungefähr vor 8 Jahren, als es noch eine Bibliothek im Deutschlandshaus (Berlin) gab, hab ich ein Buch gelesen und erinnere mich über eine Episode: Eine Gruppe von Deutschen wendete sich zum Feldmarschall Kutusow mit einer Bitte um einer Erlaubnis nach Wolhynien einzuwandern. Kutusow seinerseits wendete sich zum Alexander I. und diese Deutschen haben die Erlaubnis bekommen.
Das konnte nach dem Sieg über den Napoleon I. sein, oder seit des Wiener Kongresses und das konnte der Anfang der massenhaften Einwanderungen nach Wolhynien sein.

Kann jemand Ergänzen diese Episode oder, was noch wichtiger währe, mir sagen ? in welchem Buch ich das gelesen konnte?
Die Bibliothek funktioniert nicht mehr aus finanziellen Gründen und der Zugang zu den Büchern ist nicht möglich (wahrscheinlich auf ewig).

Waldemar Wolff

Re: Feldmarschall Kutusow

Irene Kopetzke, Montag, 07.03.2005, 20:41 (vor 7692 Tagen) @ Waldemar Wolff


Als Antwort auf: Feldmarschall Kutusow von Waldemar Wolff am 05. März 2005 23:50:24:


Hallo Waldemar,

ich hoffe, Dir geht es gut? Leider kann ich nicht mit dem Buchtitel dienen. Über Kutusow selber habe ich einiges gelesen, als ich mich irgendwann mal tapfer durch die zwei Bände "Krieg und Frieden" von Tolstoi gekämpft habe. Es war die französische Ausgabe und ich habe sicher nur die Hälfte von dem verstanden, was ich las. :-)

Wenn man sich Kutusows Biographie einmal ansieht, müßte man Deine kleine Episode - wenn sie denn wahr ist - in die Zeit vor 1813 ansiedeln (also vor dem Wiener Kongreß), denn in diesem Jahr ist er gefallen. Es könnte nach dem Sieg über Napoleon gewesen sein, denn ich fand einen interessanten Absatz bei Fleischhauer "Die Deutschen im Zarenreich" (Seite 149):

"Der starken Beteiligung deutscher und deutschstämmiger Militärs im russischen Herr stand gewissermaßen spiegelbildlich, wenn auch in weit höherem Maß, der starke Anteil deutscher Truppenverbände im Herr Napoleons gegenüber. Wenn sich auch die Hoffnung des Komitees für die deutschen Angelegenheiten auf eine große Zahl deutscher Deserteure und Überläufer nicht erfüllte, so blieben doch gewisse Restbestände deutscher Abteilungen beim Rückzug der Grande Armée auf russischem Boden. Einige hundert deutsche Soldaten setzten sich beim Rückmarsch der Armee ab, baten in Rußland um Asyl und ließen sich in verschiedenen Teilen des Landes nieder. So gewann die Stadt Moskau in dieser Zeit ein namhaftes Kontingent deutscher Bäcker, Konditoren und anderer Handwerker aus den ehemaligen Gliedern der Armee Napoleons. Andere Bauern und Handwerker aus den deutschen Verbänden suchten den Weg in die deutschen Bauernkolonien und schlugen sich bis zu den Wolgakolonien durch."

Hier sehe ich den einzigen logischen Zusammenhang, warum sich der Oberbefehlshaber des russischen Heeres Generalfeldmarschall Kutusow um eine Gruppe Deutscher hätte kümmern sollen - es sei denn, sie waren (ehemalige)Soldaten.

Als Quelle gibt Fleischhauer u.a. an: Stumpp, K., "Die vom russischen Feldzug 1812-1813 nicht zurückgekehrten Einwohner der Provinz Hannover" (in Deutsche Post aus dem Osten, Jg. 12, 1940, 4, S.19-21)

Irene

Re: Feldmarschall Kutusow

Waldemar Wolff, Mittwoch, 09.03.2005, 22:17 (vor 7690 Tagen) @ Irene Kopetzke


Als Antwort auf: Re: Feldmarschall Kutusow von Irene Kopetzke am 07. März 2005 20:41:10:


Hallo Irene,

danke für die Antwort.
In dieser Episode ging es nicht um Soldaten, sondern um Deutschen, die zu der Zeit in Polen lebten (so glaube ich). Das Zusammenleben mit Polen war nicht immer friedlich. Allerdings, alle drei Auswanderungsschübe waren Reaktionen auf blutige polnische Überfälle. Dazu sind Zeugen zwei Familien meiner Ahnen.
Die Deutschen beschwerten sich beim Kaiser. Der Kaiser reagierte aber nicht. Kein wunder, dass die Deutschen in Polen suchten dann Schutz bei der russischer Armee, in derer fast alle hochrangige Offizieren Deutsche waren, also vertrauten sie der russischer Armee. Dann machte Zar Alexander I. ihnen das Angebot nach Wolhynien einzureisen.

Na, ja, vielleicht taucht das Buch doch noch auf.

Waldemar

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