Als Antwort auf: Feldmarschall Kutusow von Waldemar Wolff am 05. März 2005 23:50:24:
Hallo Waldemar,
ich hoffe, Dir geht es gut? Leider kann ich nicht mit dem Buchtitel dienen. Über Kutusow selber habe ich einiges gelesen, als ich mich irgendwann mal tapfer durch die zwei Bände "Krieg und Frieden" von Tolstoi gekämpft habe. Es war die französische Ausgabe und ich habe sicher nur die Hälfte von dem verstanden, was ich las.
Wenn man sich Kutusows Biographie einmal ansieht, müßte man Deine kleine Episode - wenn sie denn wahr ist - in die Zeit vor 1813 ansiedeln (also vor dem Wiener Kongreß), denn in diesem Jahr ist er gefallen. Es könnte nach dem Sieg über Napoleon gewesen sein, denn ich fand einen interessanten Absatz bei Fleischhauer "Die Deutschen im Zarenreich" (Seite 149):
"Der starken Beteiligung deutscher und deutschstämmiger Militärs im russischen Herr stand gewissermaßen spiegelbildlich, wenn auch in weit höherem Maß, der starke Anteil deutscher Truppenverbände im Herr Napoleons gegenüber. Wenn sich auch die Hoffnung des Komitees für die deutschen Angelegenheiten auf eine große Zahl deutscher Deserteure und Überläufer nicht erfüllte, so blieben doch gewisse Restbestände deutscher Abteilungen beim Rückzug der Grande Armée auf russischem Boden. Einige hundert deutsche Soldaten setzten sich beim Rückmarsch der Armee ab, baten in Rußland um Asyl und ließen sich in verschiedenen Teilen des Landes nieder. So gewann die Stadt Moskau in dieser Zeit ein namhaftes Kontingent deutscher Bäcker, Konditoren und anderer Handwerker aus den ehemaligen Gliedern der Armee Napoleons. Andere Bauern und Handwerker aus den deutschen Verbänden suchten den Weg in die deutschen Bauernkolonien und schlugen sich bis zu den Wolgakolonien durch."
Hier sehe ich den einzigen logischen Zusammenhang, warum sich der Oberbefehlshaber des russischen Heeres Generalfeldmarschall Kutusow um eine Gruppe Deutscher hätte kümmern sollen - es sei denn, sie waren (ehemalige)Soldaten.
Als Quelle gibt Fleischhauer u.a. an: Stumpp, K., "Die vom russischen Feldzug 1812-1813 nicht zurückgekehrten Einwohner der Provinz Hannover" (in Deutsche Post aus dem Osten, Jg. 12, 1940, 4, S.19-21)
Irene