Kantorat Zademle

Klaus Jörg Borchert @, Freitag, 22.10.2010, 19:14 (vor 5645 Tagen)

Da vor einiger Zeit die Frage nach dem Ort Zademle hier ein Thema war, möchte ich meine neuesten Informationen dazu beisteuern:
Das Kantorat Zademle bestand aus den Kolonien De(m)bowa góra, Zerkwitsch (Cerkwiszcze) und "Eichberg". So die Aussage einer 1922 geborenen Verwandten aus dem benachbarten Osowik. Den Ort Zademle gibt es nicht. Es ist nur die Bezeichnung für ein Kantorat. Den "Sitz" hatte das Kantorat in einem Schulhaus. Der damalige Leiter war Pastor Mantowski, wie von Hugo Karl Schmidt in seiner Arbeit "Die evangelisch-lutherische Kirche in Wolhynien" aufgeführt. In welchem Ort diese Schule gewesen ist, bleibt noch zu klären.
Klaus

Avatar

Re: Kantorat Zademle

Gerhard König ⌂, Dienstag, 26.10.2010, 03:02 (vor 5642 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

Den Ort Zademle gibt es nicht.

Richtig. Heute existiert dieser Ort nicht mehr. Vergleiche topographische Karte aus dem Jahr 1988 (russ., Senkrechte 54 Waagerechte 96).

Schau mal auf die Lück-Karte aus dem Jahr 1927. Dort ist der Ort Zademle mit den Koordinaten E1 eingezeichnet. Die Region gehört heute zum Rayon Wladimiretz (ukr.), westlich des Flusses Horyn und der Stadt Sarny.

Im Forum schrieb dazu Klaus Leiss im April 2007. Er verwies auf die Karte bei wolyn.ovh.org (poln.) mit Angaben aus dem Jahr 1936. Damals gehörte die Kolonie Zademle zur gmina Antonówka, powiat Sarny.

Der damalige Leiter war Pastor Mantowski, wie von Hugo Karl Schmidt in seiner Arbeit "Die evangelisch-lutherische Kirche in Wolhynien" aufgeführt.

Pastor Schmidt schreibt vom Kantor Mantowski. Siehe: Wolhynischer Volkskalender 1936 auf wolhynien.de oder die Seite zu Eduard Mantowski in unserem VolynWiki.

In welchem Ort diese Schule gewesen ist, bleibt noch zu klären.

Lt. Lück war es der Ort Żademle im luth. Kirchspiel Tuczyń. In der poln. Volkszählung aus dem Jahr 1921 war die Region noch nicht mit dabei.

gerhard

Re: Kantorat Zademle

Klaus Jörg Borchert @, Dienstag, 26.10.2010, 13:03 (vor 5642 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard,

ich bin mißverstanden worden. Nach Aussage meiner Verwandten (*1922 im benachbarten Osowik und bis 1939 dort lebend) heißt es, daß es auch damals keinen ORT namens Zademle gegeben hat! Die Kirchengemeinde wurde mit Zademle bezeichnet, so wie es auch heute ja noch üblich ist eine Kirchengemeinde mit einem eigenen Namen zu bezeichnen, der nicht mit dem Ortsnamen identisch ist.
Die Lück-Karte ist keine amtliche Karte, sondern eine Zusammenfassung von Daten in ihrer Zeit und damit für mich nur als Arbeitsgrundlage aber nicht als bindend zu gebrauchen.
Interessant ist vielleicht noch die Auffälligkeit, daß in meinen Daten Zademle als "Geburtsort" erst ab 1934 auftaucht. Früher geborene, zuletzt 1905, nur mit De(m)bowa góra als Geburtsort beurkundet wurden.
Fazit ist für mich - bislang liegt kein Beweis dafür vor, das ZADEMLE ein eigenständiger Ort war - und wir deswegen diesen Ort noch auf keiner amtlichen Karte gefunden haben.

Klaus

Re: Kantorat Zademle

Klaus Jörg Borchert @, Dienstag, 26.10.2010, 14:14 (vor 5642 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Nachtrag
da ich beruflich mich mit Topografischen Karten, insbesondere den Erstausgaben beschäftigen muß, kann ich auf Grund meiner langjährigen Erfahrung davon sicher ausgehen, daß meine Durchsicht der hier über wolhynien.de erreichbaren topografischen Karten, besonders aus der Zeit zwischen 1897 bis 1933 für die Region WLODZIMIERZEC und SARNY keinen Nachweis eines Ortes / einer Kolonie namens ZADEMLE ergeben hat und damit Zademle keine Bezeichnung für eine Siedlung sein kann.

Klaus

Avatar

Re: Kantorat Zademle

Gerhard König ⌂, Mittwoch, 27.10.2010, 15:41 (vor 5641 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

lt. meinen bisherigen Erfahrungen bei der Ortssuche auf diversen Karten mußte ich feststellen, daß manche Kartenwerke etwas ungenau sind. Zum Beispiel sind manche Orte im M1:100.000 nicht eingezeichnet, aber im M1:300.000 sind sie vertreten.

Hinzu kommen die bekannten Probleme der verschiedenen Sprachen und Autoren der Kartenwerke. Fehlende Blattschnitte mit den verschiedenen Jahrgängen erschweren ebenfalls die Suche.

besonders aus der Zeit zwischen 1897 bis 1933 für die Region WLODZIMIERZEC und SARNY keinen Nachweis eines Ortes / einer Kolonie namens ZADEMLE ergeben hat ...

Auf der einen Seite interessieren mich die Erinnerungen der Erlebnisgeneration. Und auf der anderen können auch fehlende Erinnerungen an bestimmte Ortsnamen auf zwischenzeitliche Umbenennungen hindeuten.

Im M1:100.000 konnte ich bisher nur die polnischen Karten vor 1930 und die russischen nach 1980 finden. Interessant wären zum Vergleich Blattschnitte in diesem Maßstab aus den Jahren 1935-1940.

... und damit Zademle keine Bezeichnung für eine Siedlung sein kann.

Zu den zwei bereits genannten Quellen (Wolhynischer Volkskalender und Polnisches Schulverzeichnis) konnte ich eine weitere Quelle mit der Ortsbezeichnung Zademle finden:

Polnisches Ortsverzeichnis von 1931, Seite 1944, Zeile 9:

Polnisch: Zademle osada, gmina Antonówka nad Horyniem, powiat Sarny, woj. Woł.
Deutsch: Zademle Siedlung, Gmina (Gemeinde) Antonowka am Horyn, Powiat (Kreis) Sarny, Wojewodschaft Wolhynien

Vor dem 16. Dezember 1930 gehörte diese Region um Sarny zur Wojewodschaft Polesien (Województwo poleskie (Brześć)).

Gerhard König

Avatar

Re: Kantorat Zademle

Gerhard König ⌂, Freitag, 29.10.2010, 12:02 (vor 5639 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus & Mitleser,

hier ein Kartenausschnitt aus der russischen 3-Werstkarte, Blattschnitt XX-05-Dombrowitza, erstellt in den Jahren 1867 bis 1875 - mit der eingezeichneten Lage des Ortes Жадомлъ / Schadoml / Zademle:

[image]

Dieses Kartenwerk gehört in die Kategorie Militär-Topographische-Karten des Russischen Zarenreiches. Eine höherer Auflösung besitzen nur noch die 1- und 2-Werst-Karten.

Die Beschreibung dazu steht hier im Forum in den Beiträgen vom 1.8.2009 und 1.2.2010.

Viel Spaß beim Weiterlesen.

Gerhard König

Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Klaus Jörg Borchert @, Freitag, 29.10.2010, 17:24 (vor 5638 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard,
vielen Dank für den Hinweis auf die russische Kartenausgabe, sie gibt sicherlich wertvolle Hinweise auf die Entstehungszeit verschiedener Kolonien. Bevor ich mich damit weiter beschäftige, möchte ich wissen, ob ich in der Übersetzung/Interpretation einer Abkürzung richtig liege. Auf den polnischen Karten lesen wir viele Bezeichnungen, denen ein "Ur." vorangesetzt ist, auf dieser russischen Kartenausgabe finden wir die Abkürzung "Yp." wieder. Was bedeutet diese Abkürzung? Ich habe bislang noch keine Kartenlegende bzw. kein Übersetzungsprogramm gefunden, auf der ich diese Abkürzung erklärt bekommen habe. Wer kann da weiterhelfen?
Klaus

Avatar

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Gerhard König ⌂, Freitag, 29.10.2010, 23:22 (vor 5638 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

Auf den polnischen Karten lesen wir viele Bezeichnungen, denen ein "Ur." vorangesetzt ist, auf dieser russischen Kartenausgabe finden wir die Abkürzung "Yp." wieder.

Bei der Zusammenstellung der verwendeten Abkürzungen in den russischen Gedenkbüchern war auch die Abkürzung "Ур." dabei. Ein erste Übersetzung ist im VolynWiki: Gedenkbücher nachlesbar. Siehe PDF-Datei "Beschreibung geographischer Begriffe im Forschungsgebiet Wolhynien".

Bei den Gedenkbüchern verwies ich darauf, daß im Jahr 1888 diese Bezeichnung sehr oft im Ujesd Rowno verwendet wurde.

Was bedeutet diese Abkürzung?

Урочища - natürliche Grenzscheide (ein Fluß, Bach, Berg, Wald o.a.), natürliches Grenzzeichen

Hierzu zählen u.a. lt. "Zeichenerklärungen zu den Militär-Topographischen Karten" von Kapitän Adrianow (Erscheinungszeitraum der Kartenwerke 1867-1915) folgende Kartensymbole:

kleine Erdhügel, Büsche, Sträucher, Stauden, verschiedene Waldarten, begehbare und nicht passierbare Sümpfe, Haus eines Waldhüters, Forsthäuser und Waldhütten

gerhard

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Klaus Jörg Borchert, Samstag, 30.10.2010, 11:11 (vor 5638 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard,

damit sehe ich die russische Erklärung als "Flurname" und nicht als Ortsname interpretiert.
In der zeitlich vergleichbaren "Gaußschen Landesaufnahme" (1827-1862) oder in der älteren "Kurhannoverschen Landesaufnahme" (1764-1786) oder im "Topografischen Atlas von August Papen" von (1832-1848) finden wir neben Ortsnamen, die kartografisch auch eindeutig einem Ort oder bzw. einer Siedlung zuordbar sind, viele andere Namen, die in der Regel Flurnamen sind. Diese beziehen sich auf Landschaftsformen (Nasse Heide), biologische Eigenheiten (Trappenberg) oder z.B. Wüstungen (Oldenhusen).
Da z.B. neben dem Schriftzug "Ur. Zademle" keine kartografischen Hinweise auf eine Siedlung bestehen, kann diese Bezeichnung zur Zeit der Kartenherstellung nur einen Flurnamen, nicht aber einen aktuellen Ortsnamen darstellen.
Unberührt davon bleibt die Frage, ob einige dieser Flurnamen, also auch Zademle, Bezeichungen für ehemalige Siedlungen (Wüstungen) sind!

Klaus
(Archäologe, Schwerpunkt Wüstungsforschung!)

Avatar

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Gerhard König ⌂, Samstag, 30.10.2010, 12:15 (vor 5638 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

vergiß bitte die deutschen Kartenaufnahmen vor 1900. Diese sind in keiner Weise mit den Russischen Kartenwerken vergleichbar!

Mit der Zuordnung Flurname gebe ich Dir gern Recht. Nur besagt der Begriff "Урочища" (Urotschischtscha) etwas mehr, denn ein Forsthaus oder Waldhütten sind keine Flurnamen sondern eindeutig Siedlungspunkte.

Solche Waldhütten waren für unsere Vorfahren u.a. der Neubeginn in Wolhynien. Wenn unbekannte Uniformierte oder anderssprechende Leute auftauchten, wurde sich versteckt. Mögliche Landvermesser fanden 'nur' einen gelichteten Wald vor und die Erdhütten waren vom Weg aus nicht einsehbar.

Als Siedlungspunkt wird der Begriff auch in den Ortsverzeichnissen genannt. Dazu schrieb ich Dir das Beispiel des Verzeichnisses aus dem Jahr 1888 und übersetzte Dir einen Auszug aus der Zeichenerklärung zu den 3-Werst-Karten.

Laut meinen bisherigen Erfahrungen deutet dieser Karteneintrag mit einem gelichteten, gehauenen Waldstück auf einen Siedlungsbeginn hin.

Da die Region zu dem damaligen Zeitpunkt nicht zum Gouvernement Wolhynien gehörte, kann ich in den vorhandenen Ortsverzeichnissen zu Wolhynien nicht vergleichen.

gerhard

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Klaus Jörg Borchert @, Samstag, 30.10.2010, 13:43 (vor 5638 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard,

soll "vergiß bitte die deutschen Kartenaufnahmen vor 1900. Diese sind in keiner Weise mit den Russischen Kartenwerken vergleichbar!" heißen, daß die deutschen oder die russischen Kartenwerke so schlecht sind?

Die Kurhannoversche Landesaufnahme aus dem 18. Jahrhundert läßt sich problemlos auf die moderne TK 25 übertragen!

Klaus

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Klaus Jörg Borchert, Samstag, 30.10.2010, 13:46 (vor 5638 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Gerhard,
an dieser Stelle mal aus der Reihe ein herzliches Dankeschön für die Tips und Hinweise.
Dabei merke ich auch, daß ich noch immer unbekannte Winkel von Wolhynien.de finden kann!
Danke
Klaus

Avatar

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Gerhard König ⌂, Samstag, 30.10.2010, 15:05 (vor 5638 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

dankeschön für Dein Lob. Für mich ist es nur ein kleines Hobby in meiner Freizeit.

Auch an Dich ein Dankeschön für Dein Nachhaken. Dabei hast Du mich an einzelne Vorhaben im VolynWiki erinnert und für den Begriff Urotschischtsche habe ich eben einen Artikel geschrieben.

Viel Spaß beim Lesen und weiteren Mitmachen.

gerhard

Re: Kartenlegende "Ur." bzw. "Yp."

Waldemar Wolff @, Samstag, 06.11.2010, 17:40 (vor 5630 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Klaus, Hallo Gerhard.

Im topographischen Sinne ist Urotschischtsche (урочище) ein jegliches Teil einer Landschaft (Gelände, Gegend), das sich unterscheidet von den anderen Teilen der umliegender Landschaft.
Das kann, zum Beispiel, ein Waldmassiv mitten im Feld, ein sumfiges Gebiet in der Taiga, eine Steppe zwischen den Bergen, ein Sandmassiv u.s.w. sein.
Das kann auch ein Landschaftsstück, das eine natürliche Grenze zwischen irgendwas bildet, zum Beispiel, eine tiefe oder breite Schlucht, eine Hügelreie, eine Bergkluft u.s.w.
Die Größe des Urotschischtsche kann von etlichen bis mehreren Kilometern sein.
Auf den topographischen Karten ist "Ur" meistens mit einen Namen verbunden, der eigentlich nur der hiesiger Bevölkerung bekannt ist.
Mit einem Siedlungsort kann man Urotschischtsche kaum verbinden. Vielleicht als eine Ausnahme, zum Beispiel, wenn das урочище nach dem ehemaligen Ort genannt wurde.

Avatar

Re: Kartenwerke

Gerhard König ⌂, Samstag, 30.10.2010, 16:21 (vor 5637 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus & Mitleser,

nun kommen wir zum Punkt "Mitmachen".

Neben mir liegen verschiedene Kartensammlungen zum Forschungsgebiet Wolhynien. Aus bisherigen Anfragen zu in Deutschland verfügbaren Kartenwerken stehen die Ergebnisse im Leitfaden nachlesbar.

Nun ist es ja durchaus möglich, daß es weitere Universitäten, Institute oder ähnliche Einrichtungen in Deutschland gibt, die über Kartensammlungen zu unserem Forschungsgebiet Wolhynien verfügen.

Um ähnlich dem Beispiel von "Zadomle" die Besiedlungszeit in Wolhynien besser beschreiben zu können, werden Karten aus dem Zeitraum von etwa 1850 bis 1910 benötigt. Diese sollten mindestens eine Auflösung im Maßstab 1:100.000 oder höher haben.

In diesem Maßstab, in deutscher Sprache und aus der Zeit vor 1900 ist mir bisher nur ein Kartenwerk bekannt:

Militär-Landesaufnahme und Spezialkarte der österreichisch-ungarischen Monarchie, Bosniens und der Hercegovina (einschließlich Polen), 1879-1928, Maßstab 1:75.000

Anmerkungen: Dieses Kartenwerk endet im Osten für Wolhynien bei der Senkrechte XXXV mit den Blättern 3477 Sarny, 3577 Znosicze, 3677 Kostopol, 3777 Tuczyn und 3877 Ostrog. Ostwolhynien fehlt komplett. Die mir vorliegenden Blätter stammen alle aus den Jahren um 1905 bis 1917. Beim stichprobenartigen Vergleich mit den russischen 3-Werst-Karten von 1867-1915 sind in den deutschen Karten kaum Unterschiede festzustellen.

Vergleiche: Rubrik Karten auf wolhynien.de

Gesucht werden: Blattschnitte aus diesem Kartenwerk vor dem Jahr 1900.

"Generalkarte von Mitteleuropa: einschließlich Sonderausgaben Balkan" Maßstab 1:200.000 herausgegeben vom K. u. K. Militärgeographischen Institut Wien

Laut Beschreibung ist dieses Kartenwerk in den Jahren 1887-1915 erstellt worden. Es ist eine Fortführung des Kartenwerkes im M1:75.000. Der Blattumfang reicht im Osten bis nach Kiew.

Anmerkungen: die ältesten mir bekannten Blattschnitte stammen aus dem Jahr 1889, in der Kartenabteilung des Geheimen Staatsarchives Berlin verfügbar.

Vergleiche: Rubrik Karten auf wolhynien.de

Da lt. meinem derzeitigen Kenntnisstand das erste oben genannte Kartenwerk eine Übersetzung der russischen 3-Werst-Karten darstellt, wird ein Standort (wenn möglich in Deutschland) gesucht, der über verschiedene Blattschnitte der russischen Kartenwerke in den Auflösungen 1-Werst, 2-Werst und/oder 3-Werst verfügt.

gerhard

Re: Kantorat Zademle

Klaus Jörg Borchert @, Freitag, 29.10.2010, 19:26 (vor 5638 Tagen) @ Gerhard König

Hallo Gerhard und am Kantorat Zademle interessierte Mitleser,
wenn wir die russische 3-Werstkarte, Blattschnitt XX-05-Dombrowitza, erstellt in den Jahren 1867 bis 1875, mit der Topografischen Karte A 43 B 42 Wlodzimierzec von 1927 übereinanderlegen, stellen wir fest:
1. die russische Karte ist zwischen größeren Ortschaften relativ genau, im kleineren Ausschnitt jedoch nur mit Erfahrung auf die TK zu legen.
2. in dem von mir bearbeiteten Ausschnitt wurde die Lage von Krasna Gorka mit Ostra Gorka hoffentlich nur vertauscht.
3. der Abgleich der kleinen "Kolonien" und "Buden" fällt schwer, da in den 50 Jahren Differenz zwischen beiden Karten offenbar mehrere Siedlungen verschwunden bzw. neu entstanden sind.

Unter Berücksichtigung dieser Kritik liegt im Vergleich der oben genannten Karten das "Yp.Жадомлъ"/Zademle genau im Siedlungsbereich von Debowa góra (nicht zu verwechseln mit Ur. Debowa góra, welches knapp 6 km nordwestlich liegt!)
Topografisch gesehen sind "Yp.Жадомлъ"/Zademle und "Debowa góra" identisch.

Klaus

Avatar

Re: Kantorat Zademle

Gerhard König ⌂, Freitag, 29.10.2010, 23:48 (vor 5638 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Hallo Klaus,

die russische Karte ist zwischen größeren Ortschaften relativ genau, im kleineren Ausschnitt jedoch nur mit Erfahrung auf die TK zu legen.

Bedenke bitte die Entstehungszeit dieser Kartenwerke. Auch die Topographischen Karten weisen eine Vielzahl von Ungenauigkeiten auf. So entstanden z.B. die österr.-ung. Karten in der Zeit der Monarchie auf der Basis mündlicher Überlieferungen jüdischer Händler.

in dem von mir bearbeiteten Ausschnitt wurde die Lage von Krasna Gorka mit Ostra Gorka hoffentlich nur vertauscht.

Wo hat wer etwas vertauscht? Beide Siedlungspunkte sind auf der russischen Karte eingezeichnet. Sie tragen die Bezeichnung eines Chutors, d.h. beide Stellen waren bei der Kartenaufnahme bewohnt.

х. Острая Гора (Chutor Ostraja Gora) heißt wörtlich übersetzt "Berg oder Hügel am Wasser". Dieser Chutor ist in einer Sumpf- und Wassergegend eingezeichnet.

х. Красная Гора (Chutor Krasnaja Gora) heißt wörtlich übersetzt "Roter Berg oder Hügel" und ist mitten in einem Laubwald eingezeichnet.

der Abgleich der kleinen "Kolonien" und "Buden" fällt schwer ...

Richtig, weil von vielen Jahren keine Karten existieren. Die wenigen vorhandenen Karten wurden in unterschiedlichen Sprachen und Projektionen erstellt.

Nun zu dem eingezeichneten Punkt Ур. Жадомлъ (Ur. Schadoml)

Gemeint ist das Waldstück rechts von dem Schriftzug "Ур. Жадомлъ" (Ur. Schadoml) und links von der Weggabelung. Hier wechseln die eingezeichneten Zeichen, diese sehen aus wie mehrere Buchstaben "L" nebeneinander. Damit wurde ein gelichtetes Waldstück im Mischwald dargestellt.

gerhard

Re: Kantorat Zademle

helga molzahn @, Samstag, 24.01.2015, 21:19 (vor 4090 Tagen) @ Klaus Jörg Borchert

Mein Vater Karl Zotzmann ist 1927 in Zademle geboren. Leider kann ich
ihn nicht fragen, da ich ihn nie kennengelernt habe. Ich weiss nicht,
ob er noch lebt oder wie es ihm geht und man evtl. etwas erfahren koennte.Es gibt aber Kinder ausser mir (jahrgang 1950).

Re: Kantorat Zademle - KARL ZOTZMANN

Helen Gillespie @, Ottawa, Sonntag, 24.04.2022, 19:03 (vor 1443 Tagen) @ helga molzahn

Hallo,

Hier ist ein Traueranzeige - https://www.lz-trauer.de/traueranzeige/karl-zotzmann

Vielleicht ist das Ihr Vater....

Helen

Re: Kantorat Zademle - KARL ZOTZMANN

Klaus Leiss @, Montag, 25.04.2022, 20:25 (vor 1442 Tagen) @ Helen Gillespie

Hallo,

Hier ist ein Traueranzeige - https://www.lz-trauer.de/traueranzeige/karl-zotzmann

Vielleicht ist das Ihr Vater....

Helen

This Karl Zotzmann could be the son of Gottlieb Zotzmann
According to the Stammblatt of Gottlieb Zotzmann
https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS5T-Z38S-C?i=206&cat=252070
he had a son that was born on 13 Oct 1927 in Zademle.
The Stammblätter 42167 to 42169 belong to members of Gottliebs family.
The Stamblätter 42175 and 42176 are the family of another son of Gottlieb.

with kind regards

Klaus Leiss

Re: Kantorat Zademle - KARL ZOTZMANN

Helen Gillespie @, Ottawa, Montag, 25.04.2022, 21:04 (vor 1442 Tagen) @ Klaus Leiss

Danke! Thank you! The death notice I offered was in response to Ms. Molzahn's query seeking info on her unknown ancestor.

Although my greatgrandmother was a Pauline Zoltzmann, I have not yet been able to find her parents' names although she was married in 1900. My Oma Holdine Koenig was born in 1904 and her brother Adolf Koenig in 1910 and they had different mothers. Their father, August Koenig, had at least 3 wives. Unfortunately Adolf and Holdine's Stammblaetter state they have the same mother, which I know is not true. I do not know which mother (Pauline Zotzmann or Pauline Belter) gave birth to sister, Ottilie, born in 1907. I know there are many errors (dates, spelling etc) on the Stammblaetter.

But thank you for responding. I will try and follow up further on these Zotzmanns. Perhaps I will find my elusive Urgrossoma Pauline Koenig geb. Zotzmann.

FG PS thanks for responding in English - my German is Hausdeutsch. lol

Helen

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum