Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Freitag, 16.10.2009, 19:26 (vor 6054 Tagen)

Hallo liebe Forumleser,

möchte doch gerne `mal wissen, wie es dazu kam, dass während des 1. Weltkriegs etliche Familien aus Wolhynien nach Dülmen in Westfalen kamen.

Wie ich kürzlich erfahren habe, haben dort einige damals in einer Munitionsfabrik gearbeitet. Die Familie Hintz und die Familie ihrer ältesten Tochter, Natalie Alwine, in 1. Ehe verheiratet mit Peter Christian Müller, in 2. Ehe verheiratet mit Gottfried Freitag, war ebenfalls dort. Irgendwann
wanderten sie wieder zurück in ihre Heimat Wolhynien. Weiß jemand mehr über diese "Rückwanderung " nach Deutschland?

Liebe Grüße
Anette Hintz

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Re: Wolhynier in Dülmen

Gerhard König ⌂, Freitag, 16.10.2009, 21:53 (vor 6054 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

möchte doch gerne `mal wissen, wie es dazu kam, dass während des 1. Weltkriegs etliche Familien aus Wolhynien nach Dülmen in Westfalen kamen.

Zum Thema "Rückwanderung der Wolhynier" hat kürzlich erst Wolfgang auf die Arbeit von Oliver Günther verwiesen. (s. Rubrik Rückwanderung)

Von einem Forscherkollegen in Tomaszow Maz. ist mir bekannt, daß bestimmt in manchen deutschen Ortsarchiven noch Firmenunterlagen aus dem 1. Weltkrieg existieren. Nur gibt es die Schwierigkeit, diese auch ausfindig zu machen. Und wenn diese gefunden wurden, dann bleibt die Frage, ob Personalunterlagen erhalten geblieben sind.

haben ... einige damals in einer Munitionsfabrik gearbeitet.

Du könntest versuchen, in einem alten Telefonbuch den Namen der Fabrik ausfindig zu machen und anschließend Dich im heute zuständigen Regionalarchiv zu erkundigen.

Die Familie Hintz und die Familie ihrer ältesten Tochter, Natalie Alwine, ... in 2. Ehe verheiratet mit Gottfried Freitag

Lt. den erfassten Flüchtlingsfamilien (FL) der "Heimkehr" (HK) 1916-1924 wohnte Natalie Freitag hier:

FREYTAG Natalie geb. HINZ mit 9 Kindern - aus Ludwikow - in Sythen bei Haltern, Westfalen (Quelle: HK Jg.1918(3) Heft Nr.9 S.112; FL Nr.4387)

Im gleichen Ort Sythen lebten:

FISCHBUSCH Wilhelm und Ehefrau Pauline geb. HINZ mit 1 Kind - aus Helenow - in Sythen Post Haltern, Westfalen (HK Jg.1918(3) Heft Nr.9 S.110; FL Nr.4258)

KLETTKE Heinrich und Ehefrau Olga mit 10 Kindern - aus Teklowka - in Sythen Post Haltern, Westfalen (HK Jg.1919(4) Heft Nr.2 S.23; FL Nr.5004)

LEHMANN Rudolf und Ehefrau Emilie mit 2 Kindern - aus Sabara - in Sythen Post Haltern, Westfalen (HK Jg.1919(4) Heft Nr.10 S.123; FL Nr.5452)

Die Familie FISCHBUCH könnte Verwandschaft sein. Die anderen zwei Familien sind wohl eher Zufall.

gerhard

Re: Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Samstag, 17.10.2009, 13:12 (vor 6053 Tagen) @ Gerhard König

Hallo, Gerhard

vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung!
Die Arbeit von Oliver Günther werde ich noch lesen.Die, von Dir genannten Familien, die in Sythen, Westfalen eine Zeit lang gewohnt haben sind alle, bis auf die Familie Klettke, miteinander verwandt gewesen. Natalie Freytag, geb. Hintz, Pauline Fischbuch, geb. Hintz und Emilie Lehmann, geb. Hintz sind Schwestern von August Georg Hintz, dem Ur-Großvater meines Mannes.

Du schreibst "laut den erfassten Flüchtlingsfamilien der Heimkehr" -
wo hätte ich nachschauen müssen, um über jene Familien zu lesen?

Vielen Dank, schönes Wochenende

Anette;-)

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Re: Wolhynier in Dülmen

Gerhard König ⌂, Samstag, 17.10.2009, 17:27 (vor 6053 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

"laut den erfassten Flüchtlingsfamilien der Heimkehr"

Etwa 2001/02 wurde ich auf diese Zeitung aufmerksam und sammelte über 2 Jahre lang Kopien von den Ausgaben. Mit der Unterstützung von Forscherkollegen - auch hier aus dem Forum - wurde die Rubrik "Flüchtlingsfamilien" erfasst. Zur Zeit erstelle ich einen Auszug aus diesen Daten für eine Veröffentlichung innerhalb der AgoFF.

wo hätte ich nachschauen müssen, um über jene Familien zu lesen?

Hm, wenn Du wie ich Literatur zum Forschungsgebiet Wolhynien sammelst, daraus die Fundsachen Dir notierst, auch wenn sie nicht zu Deiner Familie gehören, dann würdest Du z.B. im Heft Nr.9 S.112 der "Heimkehr" Jahrgang 1918 den Eintrag 4387 zur Familie von FREYTAG Natalie geb. HINZ aus Ludwikow finden.

Und dies funktioniert auch nur, wenn alle Angaben in einer Tabelle auf einem Computer erfasst sind und durchsucht werden können. :cool:

gerhard

Re: Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Samstag, 17.10.2009, 20:45 (vor 6053 Tagen) @ Gerhard König

Hallo, Gerhard,

o.k. da bist Du natürlich im Vorteil, auf so viel Literatur über Wolhynien kann ich leider nicht zurückgreifen, aber schön, dass Du fleißig gesammelt hast! Schließlich profitieren davon ja irgendwann auch solche wie ich!

Über den Tod von Ottilie Hintz(Hinz), die im Alter von ca. 15 Jahren in Dülmen während des 1. Weltkrieges verstorben ist (Tochter von August Hintz und seiner Frau Emilie Hintz, geb. Bloch)steht wohl in Deinen Unterlagen nichts, oder ?

Beim Standesamt in Dülmen habe ich vor Jahren schon einmal versucht, Weiteres zu erfahren, doch man war dort nicht sehr kooperativ.
Vielleicht sollte ich es `mal beim Pfarramt dort probieren.

Vielen Dank für die Information
und schönes Wochenende

Anette:-)

Re: Wolhynier in Dülmen

Jürgen Mundt @, Montag, 19.10.2009, 22:13 (vor 6051 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

Beim Standesamt in Dülmen habe ich vor Jahren schon einmal versucht, Weiteres zu erfahren, doch man war dort nicht sehr kooperativ.
Vielleicht sollte ich es `mal beim Pfarramt dort probieren.

ich empfehle Dir eine Anfrage an das Stadtarchiv Dülmen. Laut Online-Bestandsübersicht "finden sich aus der Stadtverwaltung Melderegister und -karteien sowie Einwohnerverzeichnisse seit 1825 im Stadtarchiv."
Frage dort einfach mal per Email an, ob in diesen alten Meldeunterlagen Angaben zu den von Dir gesuchten Personen vorhanden sind.
Ich selber habe beste Erfahrungen mit derartigen Anfragen gemacht.

Jürgen

Re: Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Montag, 19.10.2009, 22:35 (vor 6051 Tagen) @ Jürgen Mundt

Hallo, Jürgen

vielen Dank für Deinen Tipp, hab`ihn gerade in die Tat umgesetzt!

Liebe Grüße

Anette;-)

Re: Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Dienstag, 20.10.2009, 13:03 (vor 6050 Tagen) @ Jürgen Mundt

Hallo, Jürgen!

Habe die mail an das Stadtarchiv Dülmen gestern Abend noch versendet.
Um 9 Uhr25 bekam ich ich heute morgen eine Antwort-leider, genau wie vor Jahren schon,negativ!!!
Im Melderegister von 1906 - 1939 sei von einer Ottilie Hintz bzw. ihren Eltern, nichts bekannt-merkwürdig, gelt?
Na ja, trotzdem vielen Dank für den Tipp!

Anette

Re: Wolhynier in Dülmen

Jürgen Mundt @, Dienstag, 20.10.2009, 17:22 (vor 6050 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

ist es eventuell möglich, dass Deine Leute damals nicht direkt in sondern bei Dülmen - vielleicht sogar wie die anderen o. g. Familien im Ort Sythen - gelebt haben? Dann wäre für Deine weitere Suche u. U. eine Anfrage beim Archiv der Stadt Haltern am See interessant, denn Sythen gehört zu Haltern.

Jürgen

Re: Fam. FISCHBUCH oo HINTZ

Jürgen Mundt @, Montag, 19.10.2009, 22:57 (vor 6051 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

hast Du eventuell noch nähere Angaben zur Familie von Wilhelm und Pauline FISCHBUCH geb. HINTZ?


Jürgen

Re: Fam. FISCHBUCH oo HINTZ

Anette Hintz @, Dienstag, 20.10.2009, 13:28 (vor 6050 Tagen) @ Jürgen Mundt

Hallo, Jürgen

seit Deiner mail vom 20.09.2006 habe ich leider keine weiteren Informationen.

Natürlich würde ich auch gerne mehr über die "Bloch`s" in unserer Familie erfahren, schließlich hatte Emilie Hintz, geb. Bloch, also die Mutter von Pauline etliche Geschwister.Diethard Kolewe schrieb einmal, dass viele Bloch nach Amerika ausgewandert seien. Auch auf der Suche nach den Eltern von Christoph Bloch bin ich noch nicht weiter gekommen.In der Odessa Datenbank findet sich eine Ernestine Bloch,geb 1936 in Shitomir.Möglicherweise könnte sie eine Schwester von Christoph sein. Ihre Eltern waren Wilhelm Bloch und Johanna - Mädchenname unbekannt. Aber, wie gesagt, das ist nur eine Eventualität.

Liebe Grüße
Anette;-)

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Re: Wolhynier in Dülmen

Gerhard König ⌂, Freitag, 16.10.2009, 22:02 (vor 6054 Tagen) @ Anette Hintz

Hallo Anette,

in dem empfohlenen Beitrag von Oliver Günther kannst Du nachlesen, daß aus dem alten Schriftverkehr des Fürsorgevereins, Herausgeber der "Heimkehr", nur wenige Dokumente erhalten geblieben sind. Aus der teilweise erfassten Rubrik "Briefkasten" des Jahres 1919 hier die Einträge zum Namen HINZ. Die Bezeichnungen in Klammern sind die Kennzeichen des damaligen Schriftverkehrs:

HINZ, August aus Michalowka, Wolhynien, der im August 1918 nach Deutschland zurückkehrte, sucht seinen Sohn Heinrich Hinz, 17 J., der im Quarantänelager Goloby krank zurückgeblieben ist. (I. 3875/19)

HINZ, Ferdinand in Windeby b. Eckernförde, Schl.-Holst., sucht: 1. seinen Bruder Michael Hinz, Schwager Eduard Genke und Halbbruder Gustav Fiß, sämtlich zuletzt in Dubruska, Kr. Mosyr, Gouv. Minsk, wohnhaft gewesen; 2. seine Mutter und seinen Schwager Julius Wegner, beide zuletzt in Emiljanowka, Kr. Radomysl, Gouv. Kiew, wohnhaft gewesen. Letzterer war seit August 1914 in Oberösterrecih gefangen. (I. 2846/19)

HINZ, Julianna in Behrendorf, Krs. Oststernberg, Altm., sucht ihren Sohn Christoph Hinz, der auf der Flucht aus Rußland noch zurückblieb. (I. 6646/19)

HINZ, Wilhelm in Bluschinken, Post Fürstenau, Kreis Graudenz, sucht seine Schwiegertochter Auguste Hinz, geb. Semrochow, aus Solomka, Kreis Rowno, Wolhynien. (I. 9926/19)

Vielleicht paßt etwas in Deine Sammlung?

gerhard

Re: Wolhynier in Dülmen

Anette Hintz @, Samstag, 17.10.2009, 13:15 (vor 6053 Tagen) @ Gerhard König

Hallo, Gerhard,

von diesen, von Dir aufgeführten Familien paßt leider keine zu "meiner" Familie Hintz.Trotzdem recht herzlichen Dank für Dein Bemühen!

Liebe Grüße
Anette

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