Re: Quellen

Irene Kopetzke, Mittwoch, 10.09.2003, 14:14 (vor 8234 Tagen) @ Irina Fefler

Als Antwort auf: Familien Fefler und Baier aus Marianka und Novin von Irina Fefler am 10. September 2003 12:29:30:


Hallo Irina,

Literatur gibt es schon, einiges ist jedoch nur noch antiquarisch zu bekommen oder über die Fernleihe der Bibliotheken. Hast Du noch nicht in die Bücherliste auf meiner Webseite geschaut? Die ist zwar bei weitem nicht vollständig und gibt nur einen kleinen Teil wieder, aber wenn Du das alles gelesen hast, bist Du schon ein ganzes Stück weiter. Zum Brauchtum der Wolhynier hat vor allem der Autor Alfred Cammann viel zusammengetragen, wenn auch natürlich nicht konkret zu den Orten, die Dich interessieren.

Hier im Forum wird oft gefragt, ob es Ortschroniken zu diesen oder jenen Orten gibt. In den meisten Fällen muß man das verneinen. Die Generation der Wolhynier, die noch dort aufgewachsen ist, ist im Aussterben begriffen und was bis jetzt nicht dokumentiert worden ist, ist unwiderruflich verloren. Der Historische Verein Wolhynien e.V. sammelt solche Chroniken und veröffentlicht sie in seinen Publikationen.

Was Deine Suche nach Informationen über das Schicksal der Bewohner nach der Vertreibung betrifft und da im besonderen über Deinen Opa, gibt es sicher Archivmaterial, das Auskunft geben kann. Lies bitte im Leitfaden nach unter Punkt 2.3 Suchdienste in Russland. Mein Cousin hat über die Organisation Memorial Aktenauszüge über die Verhaftung, Arbeitslager und den Tod von mehreren Familienangehörigen bekommen.

Man sollte auch daran denken, daß viele Männer noch von der Wehrmacht eingezogen wurden und dann in Kriegsgefangenschaft gerieten. Dazu kann man auch beim Deutschen Roten Kreuz nachfragen. Ich fand darüber folgende Info:
"Auch der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hat seit einiger Zeit gewissen Zugang zu den russischen Archiven. Nach langwierigen Verhandlungen erhielt die Suchdienstzentrale in München 1992 die erste Diskette mit 15 000 Namen von Deutschen, die in sowjetischen Lagern verstorben sind. Bis heute liegen dem Suchdienst über eine Million Namen aus den Archiven in Moskau, St. Petersburg und Podolsk vor, davon sind 600 000 Menschen in Lagern oder auf Transporten verstorben, die anderen Namen gehören Entlassenen, Deportierten oder an DDR-Behörden übergebenen Deutschen."

Das wär's im Moment. Alles Gute für das Examen.


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