Verbannung 1915

Klaudia Muhs @, Hannovver, Mittwoch, 13.01.2021, 13:53 (vor 88 Tagen)

Hallo,

mich würde interessieren ob es irgendwo Hinweise zur Verbannung 1915 in den Orten Josefin (Trostianiec), Oleschkewitsch, Marianowka und Alexandrowka (Kowel) gibt.

Soweit ich es verstehe, stehen in den Liquidationslisten zwar einige Namen aus den Orten, aber das heisst wohl nicht zwangsläufig, das sie auch verbannt wurden, oder? Es gibt einige Geburten in den Orten zwischen 1915 und 1918.

Gruss
Klaudia

Verbannung 1915 / Brief

Ruth Schulz @, Dienstag, 19.01.2021, 15:14 (vor 82 Tagen) @ Klaudia Muhs

Liebe Klaudia,

meine Reaktion geht sicher etwas an Deiner Frage vorbei, aber ich klinke mich trotzdem einfach mal ein...

Aus meiner Verwandtschaft waren auch nicht alle in der Verbannung. Ich weiss definitiv von zwei Frauen, die in Ihren Dörfern und Umgebung blieben. Ob aus Altersgründen, Heimatverbundenheit oder gar Sturheit? Sie versteckten sich zeitweise in fremden Häusern und umliegenden Wäldern um den Verwüstungen oder gar dem Tod zu entgehen und haben tatsächlich überlebt.

Mich erreichte die Tage eine mail einer weitläufigen Verwandten aus Kanada.
Sie hat alte Briefe ihres Großvater gefunden. U.a. einen, den Ihr Uropa aus Russland schickte.

Ist jemand in der Lage die unten aufgeschriebene Adresse zu lesen bzw. zu übersetzten?

https://i.postimg.cc/4yR2FxXW/Address-of-my-Great-Grandfather.jpg

https://i.postimg.cc/jdZvyXng/Brief.jpg]https://i.postimg.cc/jdZvyXng/Brief.jpg


Wir würden uns sehr darüber freuen und bedanken uns im Voraus.

LG Ruth

Verbannung 1915 / Brief

Klaudia Muhs @, Hannover, Dienstag, 19.01.2021, 15:43 (vor 82 Tagen) @ Ruth Schulz

Hallo Ruth,

Trotzdem schönen Dank für deine Antwort. Ich habe davon gehört das sich einige verstecken konnten. Meine Frage war speziell zu den polonisierten Kolonien. Eventuell wurden die Einwohner nicht alle als Deutsche gesehen und könnten eher bleiben wobei ich einige kenne, die auch verbannt wurden.

Ich wollte es gern besser verstehen.

Viele Grüsse

Klaudia

Verbannung 1915 / Brief

Irene Gies @, Dienstag, 19.01.2021, 16:10 (vor 82 Tagen) @ Ruth Schulz

Liebe Frau Schulz,

hier ist die Adresse:

Ukraine,
Gouvernement Wolhynien,
Station Klitschewka,
Mein Haus war Chutor [oder "Chutor Klitschewka", da auf dem Zettel die Wörter etwas durcheinander aufgeschrieben sind]
Empfänger: Julius Beise [nicht Beuze, wie bei Ihnen vermerkt].

Falls doch noch Frage dazu bestehen, schicken Sie mir gern eine Nachricht.

Grüße,
Irene Gies

Verbannung 1915 / Brief

Ruth Schulz @, Dienstag, 19.01.2021, 19:55 (vor 82 Tagen) @ Irene Gies

Hallo Frau Gies,

vielen Dank für die schnelle Reaktion.

Wenn Julius aus Wolhynien war, sollte ja wenigstens sein Familienname irgendwo in den Datenbanken auftauchen. Tut er aber bisher nicht.

Auch die von Ihnen angegebene Ortschaft kann ich nicht finden.

Haben Sie da vielleicht noch eine Idee zu?

LG Ruth

Verbannung 1915 / Brief

Klaudia Muhs @, Hannover, Dienstag, 19.01.2021, 21:17 (vor 82 Tagen) @ Ruth Schulz

Es gibt ein Hinweis auf einen Julius Beise aus Wolhynien, geb. 23.11.1899

Quelle Registration Card 1. WK, Verwandte Amelia Beise.

Gruss
Klaudia

Verbannung 1915 / Brief

Ruth Schulz @, Mittwoch, 20.01.2021, 13:09 (vor 81 Tagen) @ Klaudia Muhs

Hallo Klaudia,

das ist interessant. Wo finde ich das genau?
Vielleicht hilft es ja irgendwie weiter.

Allerdings ist dieser Julius eigentlich zu jung.

Ein Sohn (John, bzw. Johann) "meines" Julius wurde schon am 15.02.1885 geboren.

LG Ruth

Verbannung 1915 / Brief

Lidia Munt @, Freitag, 22.01.2021, 00:24 (vor 80 Tagen) @ Ruth Schulz

Hallo Ruth.

Der Nama BEISE, könnte auch Böse /Boese sein.
Bei uns wurde es so gespochen. z.B. ,,Bist du jetzt beis?"( ausgesprochen ,,bäis" ) => ,,Bist du jetzt böse?"

Und BOESE gibt es viele in den Datenbanken.

Boese Julius geb.07 Nov 1867 Shitomir
Eltern: Friedrich Boese + Julianna Sch-alz

viele Grüße
L.M.

Verbannung 1915 / Brief

Lidia Munt @, Freitag, 22.01.2021, 02:20 (vor 79 Tagen) @ Ruth Schulz

Hallo Ruth,

Ich möchte die Übersetzung von Irene Geis, etwas korregieren und ergänzen.
Die Übersetzung von der Adresse lautet:
Ukraine
Gouvernement Wolhynien.
Bahn Station Majdan Vila. Die Koordinaten: 50° 17′ 36.96″ N,/ 27° 18′ 28.08″ E
(Chutor) => Bauernhof, Chmelewka(Chmelöwka). 50° 26'23" N / 27°37'12" E

Ich wünsche ihnen Erfolg und viel Spaß.
L.M.

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Verbannung 1915 / Brief

Irene König ⌂, Freitag, 22.01.2021, 09:19 (vor 79 Tagen) @ Lidia Munt

Hallo Lidia,

Danke für die Mitarbeit, handschriftliche Texte sind ja oft nicht einfach zu lesen. Ruth hatte zur Ortssuche ein neues Thema aufgemacht und das Rätsel wurde bereits gelöst, mit dem gleichen Ergebnis ;-)
https://forum.wolhynien.de/index.php?mode=thread&id=34649#p34649

Gruß, Irene

Verbannung 1915 / Brief

Ruth Schulz @, Freitag, 22.01.2021, 09:58 (vor 79 Tagen) @ Lidia Munt

Liebe Lidia, liebe Irene,

habet herzlichen Dank für eure Bemühungen.

Lidia, ich werde in dem neuen Themenblock noch näherer auf alles eingehen.

LG Ruth

Verbannung 1915

Volker Selent @, Mittwoch, 17.02.2021, 15:00 (vor 53 Tagen) @ Klaudia Muhs

Leider ist das eigentliche Thema von Claudia etwas ins Abseits geraten. Dabei wäre es durchaus interessant, anhand von möglichst vielen einzelnen Geschichten das Thema Verbannung insbesondere auf die Einwohner:innen der drei genannten Orte A., J., und O. zu erfassen, die den Bugholländern zugeschrieben werden.
In Marianowka/ Kolki, dass sehr stark aus Josefin heraus besiedelt wurde,wohnten meine Großeltern. Berichte über eine Verbannung im 1.Weltkrieg tauchen in unserer Familie nicht auf. Vielmehr gibt es eine Notiz, wonach die Kosaken mit im Haus übernachteten und meine Tante als Kleinkind zwischen ihnen geschlafen hatte. Aus der Familie des Bruders meines Großvaters gibt es folgenden Bericht: "Meine Mutter und ihre Familie, obwohl sie Deutsch sprachen, stammten aus einer anderen Rasse namens Holländer. Sie ... mussten nicht gehen."

Eine Verallgemeinerung, dass die polonisierten Bugholländer von der Verbannung verschont wurden (siehe Eduard Bütow in seinem Buch "Wolhynien und Bug-Holländer"), lässt sich daraus trotzdem nicht schließen. Es gibt auch unter den Selents Erzählungen, die von einer Verbannung berichten. Auch aus dem Ort Josefin, hier allerdings sollen jedoch nur die Männer betroffen gewesen sein - "... Frauen und Kinder konnten bleiben". Vielleicht können wir hier im Forum noch weitere Geschichten sammeln, um dann mal zu sehen, ob sich ein Gesamtbild ergibt.

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