Wolhynier im Kreis Samara während des 1. Weltkriegs

Maik Senninger @, Dienstag, 23.04.2019, 20:41 (vor 31 Tagen)

Liebe Mitforscher,

auch wenn die Frage nicht direkt Wolhynien betrifft, hoffe ich trotzdem hier eine hilfreiche Antwort zu finden.

Beim Aufbau einer Familienchronik, erarbeite ich die Nachfahren meiner direkte väterlichen Linie. Eine der Familien ist ein Zweig der JACHOLKE aus Dimitrowka, Kreis Luck, Wolhynien. Die Familie ist dort vor und nach dem ersten Weltkrieg nachweisbar.

Bei der Familie von Wilhelm JACHOLKE * 14.09.1889 in Dimitrowka und Emilie LISCHNEWSKI * 16.03.1887 in Karlowka, sind die Kinder soweit alle bekannt. Für einen Sohn namens Alexander JACHOLKE * 21.08.1916 heißt es in der Überlieferung er sei ebenfalls in Dimitrowka geboren. Für die Geschwister welche 1913 und 1919 geboren wurden, ist dies klar. Besagter Alexander JACHOLKE fiel allerdings als Kanonier am 28.10.1943 in Russland und hier wird für Ihn angegeben, er wäre am selbigen Tag in Küsteney, Kreis Samara geboren. Laut Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, stammt die Angabe aus der Akte bei der WASt und dürfte demnach richtig sein.

Neben den dortigen Mennonitischen Siedlungen, gab es anscheinend auch deutsche evangelische Kolonien die wohl sogar im Ursprung von Siedlern aus dem Raum Lodz gegründet wurden; Es handelt sich um die Region um Konstantinowka (Samara, Bolschegluschizki), in der Oblast Samara.

Hier habe ich allerdings nicht viel gefunden und einen ähnlich klingenden Ort auch nicht. Da ich davon ausgehe, das es nicht die einzige Familie war, die es während des Krieges sicherlich unfreiwillig dorthin verschlug, hatte eventuell schon jemand mit der Ecke zu tun und kann hier Hinweise liefern. Ich würde die Angaben gerne genauer darstellen.

Danke und Grüße,

Maik (Senninger)

Wolhynier im Kreis Samara während des 1. Weltkriegs

Änne Baudach @, Neulewin, Mittwoch, 24.04.2019, 11:39 (vor 31 Tagen) @ Maik Senninger

Hallo Maik,

Dein Alexander J. wurde wohl während der Verbannung im 1.WK geboren. Das Gebiet war eines der Verbannungsgebiete.
Oftmals gab es dann einen Eintrag im Geburtsregister des Heimatortes, wenn die Familien zurückgekehrt waren. In Deinem Fall anscheinend nicht. Auch ist zumindest bis 1939 keine Heirat von ihm registriert, zumindest im erhaltenen KB-Register Luck. Der FN Jacholke aber wird im KB Luck oftmals erwähnt. War er verheiratet? - das Alter hätte er ja gehabt.

Traurig ist es, wie die Familie ihren Jüngsten durch all die Strapazen der Verbannung begleitet hatte und er diese überlebt, um dann letztendlich zum "Kanonenfutter" im nächsten Weltkrieg zu werden.

Es ist gut, an alle Seiten der Familiengeschichte zu erinnern
Herzliche Grüße
Änne

Wolhynier im Kreis Samara während des 1. Weltkriegs

Änne Baudach @, Neulewin, Mittwoch, 24.04.2019, 12:36 (vor 31 Tagen) @ Maik Senninger

Hallo Maik,

ich habe noch etwas weiter geschaut ...
Die Familie wurde ja umgesiedelt. So gibt es Stammblätter zu ihnen

Zum Alexander - er war verheiratet und hatte bis 1939 eine Tochter:
https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS55-TSYB-J?i=1586&cat=252070

und zu den Eltern ... mit den 1939 noch minderjährigen Kindern:
https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS5T-HSR2-B?i=2359&cat=252070

LG
Änne

Wolhynier im Kreis Samara während des 1. Weltkriegs

Maik Senninger @, Mittwoch, 24.04.2019, 14:19 (vor 31 Tagen) @ Änne Baudach
bearbeitet von Maik Senninger, Mittwoch, 24.04.2019, 14:30

Danke Änne, die Stammblätter hatte ich noch nicht gefunden. Wobei ich davon ausgehe, das ein Teil der Daten, vor allem der Geburtsort, aus diesen Blättern stammt. Aber den Angaben von Volksbund und WASt gebe ich hier natürlich den Vorzug. Der Volksbund hat auch klar erklärt, das er hier die Beurkundung in den Militärakten zum Geburtsort vorzieht.

Die zwei ältesten Schwester Ernestine * 27.2.1913 in D. und Adoline * 12.9.1914 in D. fehlen in der Aufstellung und waren damit vermutlich schon verheiratet. Eine Umsiedlung musste ja stattgefunden haben, ich wusste nur nicht wo. Ein Primärziel der EWZ Akten war ja, so schnell wie möglich die wehrfähigen Jahrgänge einberufen zu können, was ja zu dieser Zeit nur mit der deutschen Staatsbürgerschaft möglich war. Mit Pabianice war die Familie wieder dort woher sie kam. Die Ehefrau kannte ich zwar. Aber ich wusste nicht mit welchem JACHOLKE sie verheiratet war. Ihre EWZ Akte und die der Tochter hatte ich durch Zufall entdeckt https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS5T-D3RM?i=1168&cat=252070. Bei der Ehefrau steht dort als Geburtsort; Zanzbrel es scheint aber ein Carlsbruch (Kreis Friedenberg- Neumark?) zu sein. https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS5T-D3RM?i=1168&cat=252070 Sie landete im Umsiedlungslager Zgierz. Jetzt kann ich es zuordnen, da der Vorname des Ehemannes nicht erwähnt war. APLAS alias ABLASS.

Auf jeden Fall schon einmal Danke. Die Angabe zum Kreis Samara ist also wahrscheinlicher. Ich habe leider eine ganze Reihe solcher Fälle identifiziert. Ein anderer Verwandter wurde 1940 in Tomaszow Mazowiecki erfasst und fiel 1941 wenige Tage nach Kriegsbeginn gegen Russland, ebenfalls als Kanonier. Die Jungs müssen sehr Kräftig gewesen sein, siehe Alexander als Waldarbeiter. Das war wohl ihr Verhängnis.

Die Schwester Ernestine JACHOLKE findet sich vor Alexanders Eintrag mit Ehemann. Sie trägt hier allerdings den Familiennamen JEHUNKE. Wer da nicht alles erfasst, wird daran vorbei suchen :( https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CS55-TSYB-9?i=1585&cat=252070

Grüße, Maik

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