Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Klaudia Muhs @, Hannover, Sonntag, 21.04.2019, 15:30 (vor 34 Tagen)

Hallo,

meine Vorfahren waren Siedler, die das Dorf Josefin bei Troscianiec/Luzk gegründet haben, u.a. Martin Hildebrandt *1806 un Marianne Ryll *1807 in Neudorf als Beispiel. Die Namen der Eltern sind auch noch zu finden. Gibt es irgendwelche Erkenntnisse aus welchen Orten diese Familien kamen (nach meiner Info aus den Weichselniederungen und davor von Holland über Danzig um die Mitte des 16. Jahrhundert.) Gibt es irgendwo genauere Daten um das 18. Jahrhundert, oder lebten diese Familien bis ins 17. Jahrhundert in Neudorf?

Viele Grüße
Klaudia

Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Andrzej Baum @, Bielsko-Biała, Sonntag, 21.04.2019, 22:43 (vor 33 Tagen) @ Klaudia Muhs

Leider gibt es keine genaueren Daten, etwa 31 Siedlungen in Wołyń wurden von Kolonisten aus Neudorf / Nebrow angelegt. Sam N / N änderte seinen Namen 1928 in Mościce. Bis 1944 kehrten nach dem Krieg nur wenige Kolonisten dorthin zurück, der Rest ließ sich in Deutschland nieder

Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Klaudia Muhs @, Hannover, Montag, 22.04.2019, 00:09 (vor 33 Tagen) @ Andrzej Baum

Ich habe eben eine ältere Erklärung von Änne gelesen:
nachgewiesenermaßen gab es eine erste Kolonie am Bug bei Slawatycze zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die erste Erwähnung einer solchen evangelischen Siedlung ist bereits indirekt vor 1650 zu finden. Die zeitlich nächste Beschreibung dazu wurde ca. 1720/30 verfasst vom damaligen Pfarrer Abrahamowitsch und wurde 1776 veröffentlicht. Darin wird die Kolonie "Neubruchdorfensis" genannt und die Kirchengeschichte erzählt. Laut dieser erhielten 1617 vierzehn namentlich genannte Siedler - natürlich nur die Männer werden erwähnt - das Privileg, eine eigene Kirche zu errichten. Weiter wird dann über die wechselvolle Geschichte insbesondere dieser kleinen Gemeinde berichtet.

Kennt jemand die Namen dieser 14 Siedler? Oder wo kann man das nachlesen?

Gruss
Klaudia

Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Andrzej Baum @, Bielsko-Biała, Montag, 22.04.2019, 12:41 (vor 33 Tagen) @ Klaudia Muhs

Nach kirchlicher Tradition wurde das Datum der Gemeinde auf die Seehunde gesetzt. In den Aufzeichnungen von 1564 befinden sich gestempelte Siegel. Die ersten beiden Chroniken der Gemeinde wurden zusammen mit der Kirche verbrannt. Früher gab es einen solchen Brauch, dass die neu ernannte Staroste die untergeordneten Länder besuchte und die Privilegien der Grundbesitzer bestätigte oder genehmigte. Es gibt also eine Kopie aus dem Jahr 1617, in der die Erlaubnis erteilt wurde, eine Kirche zu bauen und ein Stück Land für die Aufbewahrung zu geben. Es ist offensichtlich, dass die Kolonisten früher dort leben mussten, denn die Geschichte der umliegenden Städte zeigt auf diese Weise, dass sich zuerst Menschen niederließen und später die Kirche bauten. Selbst in Zuławy Wiślane war das so. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.neubrow.domachevo.com/de.htm Wenn es um die Liste der geschriebenen Kolonisten geht, können Sie zwei finden und sind unterschiedlich. In der mündlichen Tradition waren es 14 Familien. Viele Grüße, Andrzej

Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Klaudia Muhs @, Hannover, Montag, 22.04.2019, 15:15 (vor 33 Tagen) @ Andrzej Baum

Hallo Andrzej,

vielen Dank für deine Antworten

Gruss

Klaudia

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Herkunft der Siedler aus Neudorf-Neubruch am Bug

Stefan Rückling @, Berlin, Montag, 22.04.2019, 18:52 (vor 33 Tagen) @ Klaudia Muhs

Hallo Klaudia,

ich glaube, die Beantwortung dieser Frage übersteigt die Fähigkeiten der meisten von uns. Da die älteren Kirchenbücher ja nicht mehr existieren, müssten andere Quellen geprüft werden.

Das, was Andrzej schon andeutete, ist, dass in altpolnischer Zeit (vor 1795) Ansetzungsprivilegien in sogenannten "Grodbüchern" niedergeschrieben wurden. In diesen Büchern finden sich auch andere Verzeichnisse, z. B. über Abgaben von Untertanen.

Also die erste Frage wäre: Welches Grodgericht war in altpolnischer Zeit für Neudorf-Neubruch zuständig? Falls es das Grodgericht zu Drohiczyn gewesen ist, dann liegt ein Teilbestand im AGAD in Warschau. Die Bücher sind handschriftlich in altpolnischer und lateinischer Sprache verfasst und verfügen in der Regel über keinen Index. Aufgrund des sehr schlechten Erhaltungszustandes sind sie teilweise nicht benutzbar. Auf der Website steht auch, dass weitere Unterlagen des Grodgerichts zu Drohiczyn im Nationalen Historischen Archiv in Minsk und im Russischen Staatlichen Archiv Alter Akten in Moskau liegen. Es wären also gleich mehrere Archive aufzusuchen!

Da bleibt im Grunde nur abzuwarten, dass polnische Historiker sich einmal damit befassen (aber das dann natürlich in polnischer Sprache).

Viele Grüße,

Stefan

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Ich erfasse Auswanderer aus Brandenburg nach Polen und Rußland, 17.-19. Jahrhundert.
Szukam informacji o emigrantach z Brandenburgii przybylych na teren Polski i Rosji w XVII-XIX wieku.

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