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<title>Wolhynien-Forum - Re: Verschickung nach Sibirien 1921 - weitere Schicksale?</title>
<link>https://forum.wolhynien.de/</link>
<description>Familienforschung in Wolhynien</description>
<language>de</language>
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<title>Re: Verschickung nach Sibirien 1921 - weitere Schicksale? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo und einen schönen guten Morgen,</p>
<p>über die Besitzverhältnisse meiner Familie aus der damaligen Zeit ist mir nichts bekannt. Der Vater meiner Oma, also mein Urgroßvater, soll &quot;Großbauer&quot; (so würde man das heute wohl nennen, wie es damals hieß weiß ich nicht) gewesen sein. Die Familie meines Opas waren einfache Kleinbauern bzw. Landarbeiter. <br />
Es sind ja auch nicht ganze Familien 1921 nach Sibirien verschickt worden sondern, zumindest aus meiner Familie, nur junge Frauen und wahrscheinlich auch nur für einige Monate. Meine Oma war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt und bereits verheiratet, die Nichte meines Opas war ungefähr 15 Jahre alt.</p>
<p>Mittlerweile weiß ich von einer weiteren Verschickung. Diese Frau hat in späteren Jahren ihrer Enkeltochter von diesem Ereignis berichtet, das wahrscheinlich wirklich nur junge Frauen nach Sibirien abgeschoben wurden. Auch sie war zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits verheiratet. Das sie alle zurück zu ihren Familien durften ist ein großes Glück, über das Warum kann ich nur spekulieren. <br />
Leider habe ich auch in der einschlägigen Literatur nichts über diese Verschickungen gefunden. <br />
Vielleicht gibt es aber weitere Leute hier in diesem Forum, deren Vorfahren ein ähnliches Schicksal durchlebt haben.</p>
<p>LG von Claudia</p>
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<link>https://forum.wolhynien.de/index.php?id=24452</link>
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<pubDate>Mon, 08 Jun 2015 04:07:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>Claudia Grabow</dc:creator>
</item>
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<title>Re: nach Sibirien 1921 (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, Claudia.<br />
Die nach Verbannung (1915) heimkehrende Wolhynier, die schon vor dem Krieg ihr Land käuflich erworben hatten, konnten meist wieder in den Besitz ihrer Landwirtschaften kommen. Deportierte kehrten meistens 1918-1920 zurück. Den Pächtern erging es schlimmer. Die Pächter mussten ihre Scholle aufgeben. Für viele war dies ein Grund, nach Wolhynien nicht mehr zurückzukehren, in Sibirien bleiben oder auswandern. Konnten Deine Verwandte in dieser Zeit nicht in Sibirien bleiben oder zurück nach Sibirien ziehen? Oder sind die Jahre 1921 und 1931 verwechselt? </p>
<p>Im ersten Jahrzehnt nach dem Oktoberumsturz waren die Bolschewiki hauptsächlich mit der Festung ihrer Macht beschäftigt. Hier war der skrupellose Einsatz von Terrormethoden an der Tagesordnung: &quot;Säuberungen des Parteiapparats und des Offizierscorps. Aber das ist nicht dein Fall.</p>
<p>Anfangs 20-er Jahren sind mir keine Verschickungen bekannt.<br />
Die Deportationen begannen nach dem Bericht der GPU &quot;Deutsche konterrevolutionäre Tätigkeit in der UdSSR&quot; von Juli 1925.</p>
<p>Die nächste Welle der Deportationen war bestimmt von der direktive des ZK der KP(P) &quot;Über die Bekämpfung der konterrevolutionären faschistischen Elemente in den deutschen Kolonien&quot; von 5. November 1934.</p>
<p>Ich wünsche Dir Erfolg bei der Forschung<br />
Waldemar</p>
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<pubDate>Sun, 07 Jun 2015 17:20:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Waldemar Wolff</dc:creator>
</item>
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<title>Re: nach Sibirien 1921 (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Irene,</p>
<p>ich bin nicht überzeugt davon, dass meine Oma und die Nichte 1921 freiwillig nach Sibirien gegangen sind. Meine Oma hat am 02.11.1920 mit 18 Jahren geheiratet. 1921 ist ihr erstes Kind geboren, das leider nur einige Tage gelebt hat, aber in einer Nottaufe wohl noch auf den Namen Adolph getauft wurde. Leider ist nicht überliefert in welchem Monat und wo dieses Kind geboren wurde. Im Oktober 1922 hat meine Oma ihr zweites Kind entbunden. <br />
Es gibt nirgendwo einen Hinweis darauf, das Verwandte in Sibirien gelebt haben, ob nun freiwillig oder unter Zwang. Was natürlich auch nicht heißt, das es nicht so war. Es gibt für mich also keinen Grund anzunehmen, das meine Oma freiwillig nach Sibirien ging.<br />
Das alles ist überliefert von der Nichte, die mit nach Sibirien ging. Sie sprach von Abschiebung und Arbeitsdienst. Sie war zum Zeitpunkt der &quot;Abschiebung&quot; ungefähr 14 Jahre alt.<br />
Meine Oma hat nie davon gesprochen und die Nichte war 77 Jahre als sie das erste Mal davon sprach.</p>
<p>LG Claudia</p>
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<link>https://forum.wolhynien.de/index.php?id=24434</link>
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<pubDate>Thu, 04 Jun 2015 04:03:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Claudia Grabow</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Re: nach Sibirien 1921 (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Claudia,</p>
<p>du benutzt bei deiner Anfrage die Vokabeln <strong>Verbannung</strong>, <strong>abgeschoben </strong>und <strong>verschickt</strong>. Ich nehme an, daß dir dieses Ereignis mündlich mitgeteilt wurde - hat die Person, die dir das erzählt hat, alle diese Worte benutzt? 1921 gab es meines Wissens nämlich keine staatlicherseits organisierte Verbannung / Verschickung. Die hat 1915 stattgefunden und die Menschen, die das überlebt haben, sind ab 1918 zurückgekehrt, insofern sie es nicht bevorzugt haben, in den Verbannungsgebieten zu bleiben oder gleich ganz woanders hin auszuwandern.</p>
<p>Denkbar wäre eine Konstellation, in der ein Teil der Verwandtschaft in &quot;Sibirien&quot; geblieben ist und deine Oma vorübergehend zu ihnen gezogen ist, um dort zu helfen. Das ist aber rein spekulativ. Die Rückkehr mag etwas mit dem Frieden von Riga zu tun gehabt haben (Friedensvertrag von 1921), durch den Wolhynien geteilt wurde. Das Gebiet um Dubno gehörte nun zu Polen.</p>
<p>Deine Oma und die Nichte benötigten sicher Passierscheine oder etwas ähnliches, um sich im Land zu bewegen und es ist möglich, daß <strong>in den Archiven vor Ort</strong> etwas über diese Vorgänge zu finden ist.</p>
<p>Von 1921-1939 wurden polnische Melderegister geführt, möglicherweise könntest du noch in der Richtung recherchieren (lassen). Ansprechpartner wäre das Archiv in Riwne.</p>
<p>Gruß, Irene</p>
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<link>https://forum.wolhynien.de/index.php?id=24429</link>
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<pubDate>Wed, 03 Jun 2015 14:53:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Irene König</dc:creator>
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<title>Verbannung nach Sibirien 1921</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,</p>
<p>meine Oma wurde 1902 in Dubno (oder Umgebung) als Marie Emilie Jaroschewitz geboren. Am 02.11.1920 hat sie (vermutlich in Kurdiban) meinen Opa Gustav Brehm geheiratet. <br />
Wie ich erfahren habe, wurde sie 1921 gemeinsam mit einer Nichte meines Großvaters nach Sibirien zum Arbeiten abgeschoben. Ich denke, es war für höchstens 1/2 bis 1 Jahr, da bereits im Herbst 1922 mein Onkel geboren wurde.<br />
Gibt es irgendwo Listen, Veröffentlichungen oder ähnliches, wo man erkennt, wo und wie lange meine Oma in Sibirien war.<br />
Gibt es Erkenntnisse darüber, warum Leute 1921 nach Sibirien verschickt wurden?</p>
<p>Viele Grüße und eine schöne Woche von Claudia</p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.wolhynien.de/index.php?id=24419</link>
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<pubDate>Mon, 01 Jun 2015 04:11:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Claudia Grabow</dc:creator>
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